GWG baut Zaun – Bewohner stinksauer

Wohnkrieg in der Maikäfersiedlung

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Heinz Gutbrunner hat einen Zaun an seine Gartentür gesetzt bekommen

München - Kleinkrieg oder Notwendigkeit? Die Bewohner eines Dutzends Reihenhäuser der Maikäfersiedlung (Berg am Laim) haben einen Metalldrahtzaun vor die Nase gestellt bekommen – von der städtischen Wohnungsfirma GWG.

Schon seit den 90er Jahren gibt es Zoff zwischen den Siedlern und der GWG, der die Blocks entlang der Bad Schachener Straße gehören. Die GWG lässt seit 1996 nach und nach die aus den 30er Jahren stammenden Mehrfamilienhäuser abreißen und durch größere Mehrfamilienhäuser ersetzen.

„Die Wohnklötze sind öde und viel zu groß“, schimpft Kamermann Heinz Gutbrunner (59). Er ist Sprecher der IG Maikäfersiedlung, die die Alt-Bewohner vertritt. Jahrelang wurde um Bauhöhen und Abstandsflächen gestritten.

Dann wollte die GWG die Echardinger Einkehr abreißen – was die Anwohner stoppten. Jüngst gab es Ärger, als im Biergarten Bäume gefällt wurden. „Damit man neue Bäume pflanzen kann – ein Schildbürgerstreich“, schimpft Gutbrunner. Er erstattete Anzeige bei der Naturschutzbehörde.

Nun stehen seine Anwohner und er vor dem Zaun, der sie vom Weg von ihren Gärten zur Krumbadstraße abschneidet. Dieser Weg führt durch das Nachbargrundstück. Hier hat die GWG neu gebaut, die Häuser sind längst bezogen.

Ludger Bolmerg schiebt sein Radl durchs Wohnzimmer

„Der gesperrte Weg ist der kürzeste zur U-Bahn“, so Ludger Bolmerg (71), der sein Radl jetzt täglich vom Stellplatz im Garten durchs Haus auf die Straßenseite schleppt. Der Garten auf der anderen Seite des Zauns ist nicht gesperrt, Gärtner schnippseln an den Bäumen herum. Gutbrunner: „Bei der Einweihung stiefelten dort im Oktober 300 Leute rum.“ Er folgert: „Man nimmt uns Nachbarn in Beugehaft, weil wir uns wehren.“

GWG-Sprecher Michael Schmitt kontert: „Die Sperre hat rechtliche Gründe.“ Der Zaun könne erst Ende November entfernt werden, wenn die Bepflanzung fertiggestellt sei.

J. Welte

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