Wohnungen an der Müllerstraße

Gorillas: Haus ist sanierbar

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Der geplante Umbau der Stadt würde 5,2 Millionen Euro kosten.

München - Nächster Akt im Zoff um die Wohnungen in der Müllerstraße. Ein neues Energiegutachten sorgt für Wirbel. Demnach würde eine Sanierung nur 488.000 Euro kosten.

Dieses neue Gorilla-Video dürfte Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) nicht gefallen – der prüft nach wie vor den Abriss von drei Häusern in der Müllerstraße und das Aus des Bolzplatzes der Glockenbachwerkstatt.

Doch Kultur-Impresario Till Hofmann und seine Goldgrund-Leute lassen nicht locker: „Wir haben in den vergangenen Tagen ein Energiegutachten erstellen lassen, sind mit einem Statiker und einem Architekten durch die Häuser Müllerstraße 2 und 4 gegangen.“ Der Energieausweis ergab einen Wert von 131,7 kW, das entspricht einem gut modernisierten Einfamilienhaus! Eine Sanierung schätzt der Goldgrund-Architekt auf 488 000 Euro!

Das Kommunalreferat wollte am Freitag keine Stellung zum Video nehmen. Dafür CSU-Rathauschef Josef Schmid, der eine Prüfung des Erhaltes gefordert hatte: „Es ist schon traurig, wenn ein Privater und nicht die Stadtverwaltung unserem Stadtratsantrag nachkommen muss.“

Das Video kann man hier anschauen.

Die Gorillas der Satireaktion Goldgrund hatten vorige Woche eine der Wohnungen in den teils seit 15 Jahren leer stehenden Häusern für 3000 Euro hergerichtet, um zu zeigen, dass man sie nicht abreißen muss. OB Ude besuchte das Apartment und wies die Verwaltung an, alle Wohnungen der Häuser sofort herzurichten. Mindestens vier Bleiben stehen derzeit noch leer.

Kommunalreferent Markwardt erklärte bei einer Diskussion in der Glocke, dass man mit einer „Weißrenovierung“ nicht die Energiestandards erfüllen könne. Münchens SPD-Chef Hans- Ulrich Pfaffmann meint, dass „die Kosten bei einem Festhalten an einer Bestandsanierung dermaßen steigen würden, dass es den Mieterinnen und Mietern gegenüber kaum vertretbar wäre“. Der von der Stadt geplante Bau soll 5,2 Millionen Euro kosten.

J. Welte

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