Zeilnhofer-Rath kandidiert mit eigener Liste

Er steigt ins OB-Rennen ein

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Dieser Mann hat den Hut auf! Wolfgang Zeilnhofer-Rath will OB werden. Anzapfen kann er schon bestens

München - Wolfgang Zeilnhofer-Rath (52) kandidiert mit eigener Liste & Mieter-Themen für das Oberbürgermeisteramt in München. Wir stellen den Hünen, der auch Balu genannt wird, vor.

Mit seinen knapp zwei Metern Körpergröße ist er ein echter Bär, seine Freunde nennen ihn auch Balu wie den pelzigen Kollegen aus dem Dschungelbuch. Anzapfen kann Wolfgang Zeilnhofer-Rath (52) auch, heuer ist er Schankkellner im Herzkasperl-Zelt auf der Oidn Wiesn. Doch das sind nicht die Gründe, wieso er Oberbürgermeister werden will. Tatsache: Der Herr mit dem markanten Hut will als Spitzenkandidat mit eigener Liste bei der Kommunalwahl im März 2014 in den Stadtrat kommen. Und er will sich vor allem für die Probleme der Mieter einsetzen. Zu seinen Unterstützern gehört insbesondere das Bündnis für bezahlbares Wohnen – ein Zusammenschluss von Mieter- und Stadtviertelinitiativen aus der ganzen Stadt. Deren Anliegen wurde unter anderem durch die Aktion Goldgrund in der Müllerstraße bekannt.

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Zeilnhofer-Rath ist Szenewirt im Glockenbachviertel und betreibt mit Freunden das Zum Wolf in der Pestalozzistraße. Das ist nur die jüngste Station im bewegten Leben des gebürtigen Münchners. Er jobbte als Bühnentechniker bei den Bayreuther Festspielen, die Gastroszene kennt er als Kellner, DJ, Schankkellner und Wirt. Zeilnhofer-Rath hilft ehrenamtlich rechtelosen Romas am Arbeiterstrich in der Landwehrstraße. Schließlich weiß er selbst, wie es ist, ganz unten zu sein: „Ich habe so ziemlich alle Drogen kennengelernt und 1994 meine erste Therapie gemacht.“ Vor allem am Alkohol blieb er hängen, seit 2006 ist er clean. Auch eine gescheiterte Ehe hat der Hüne, der ein paar Jahre in Berlin lebte, hinter sich – ein durchwachsener Lebenslauf.

Doch wieso er jetzt mit seiner „Wählergruppe Hut“ ausgerechnet in die Politik? „München ist noch ein Paradies, doch es ist akut in Gefahr!“ Als Beispiele nennt er galoppierende Mieten die zunehmende Armut auch unter Zuwanderern und Niedriglöhne. „Wenn sich jemand in München unter eine Treppe legen will, kommt einer daher, der ihm dafür Geld abknöpft.“ Angesichts der Wohnungsnot versteht Zeilnhofer-Rath nicht, wieso die Stadt über 170 Wohnungen leer stehen lässt. „Die Bürokratie ist zu oft ein Hemmnis für eine positive Stadtentwicklung.“

Viele Münchner seien gezwungen, in Außenbezirke zu ziehen, weil die Mieten steigen. „Ich will die Gentrifizierung stoppen“, so Zeilnhofer-Rath. Er versteht sich als überparteilich: „Wir wollen keine Parteispenden und keine Wahlkampfentschädigung, wir finanzieren uns selbst. Und jeder kann bei uns mitmachen.“

20 Unterstützer hat er schon und ein eigenes Büro am Glockenbach 6. Kontakt unter: hut.muc@gmail.de

Prominente Unterstützer

Wolfgang Zeilnhofer-Rath kämpft gegen den Leerstand städtischer Wohnhäuser. Damit steht er Seite an Seite mit der Satire-Aktion Goldgrund, die in der Müllerstraße eine städtische Gammel-Wohnung herrichtete. Als Gorillas verkleidet, griffen u. a. Kabarettist Dieter Hildebrandt, Ex-Bayernstar Mehmet Scholl, Filmregisseur Marcus H. Rosenmüller und die Sportfreunde Stiller zu Pinsel und Schaufel. Als Beweis: Es geht auch günstig ohne Neubau.

Johannes Welte

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