"Wurmfortsatz" - Grüner Frontalangriff auf die CSU

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Die Grünen-Fraktions-Chefs Lydia Dietrich und Sigi Benker greifen die Rathaus-CSU mit deftiger Rhetorik an

München - Jetzt schalten auch die Rathaus-Grünen auf Wahlkampfmodus! Und zwar mit rhetorischen Rundumschlägen, wie man sie eigentlich nur aus der Ära Franz Josef Strauß kannte. Lesen Sie hier, welche Sätze und Begriffe fielen.

 Am Mittwoch stellten die Fraktions-Chefs Lydia Dietrich und Sigi Benker ihr politisches Handlungsprogramm für das neue Jahr vor – und sparten dabei nicht mit rhetorischen Rundumschlägen, wie man sie eher aus der Ära Franz Josef Strauß kennt.

„Die Rathaus-CSU ist offensichtlich keine eigene politische Größe dieser Stadt mehr, sondern nur noch ein Wurmfortsatz der Landes-CSU und von deren Wahlkampfstrategie,“ polterte Benker, als es darum ging, dass es dieses Jahr eine Entscheidung für die zweite Stammstrecke geben muss. Die Grünen fordern Klarheit bis spätestens 31. März 2012.

Die Rathaus-CSU hatte vorgeschlagen, dass die Stadt Kredite zur Vorfinanzierung des Milliarden-Projekts gewähren solle. Ein Ansinnen, das OB Christian Ude zunächst aufs Heftigste zurückwies, mittlerweile aber nicht mehr ganz ausschließt. Die Grünen hätten bislang mit ihren Entscheidungen das Projekt mitgetragen, so Benker. Allerdings hatte es bei den Abstimmungen auch Gegenstimmen aus der Grünen-Fraktion gegeben.

Dass Ministerpräsident Horst Seehofer jüngst einen neuen Konzertsaal versprach, der zum Großteil über Spenden finanziert werden soll, bedeutet für Benker, dass die CSU die Strategie „Taktstock statt Tunnel“ forciere. Das war aber noch nicht alles. Die CSU habe sich hysterisch in den Wahlkampf gestürzt, so Benker weiter: „Josef Schmid ist auf Knopfdruck von Seehofer vom verständigen Kuscheltier zum torkelnden Godzilla mutiert.“ Damit nimmt er Bezug auf eine Pressekonferenz der CSU im Rathaus, bei der Münchens CSU-Chef Ludwig Spaenle OB Christian Ude als „Obermaster of Desaster“ bezeichnet hatte.

Die CSU nimmt die Angriffe der Grünen gelassen: „Je heftiger die Reaktion der Betroffenen ausfällt, um so sicherer kann man sein, ins Mark getroffen zu haben,“ so CSU-Fraktionschef Schmid. Und: „Die Dünnhäutigkeit der Grünen zeigt, dass sie selbst am besten wissen, wie berechtigt unsere Kritik ist.“

Dann wäre da noch das Thema dritte Startbahn, bei der Lydia Dietrich die „große Koalition“ im Rathaus aus SPD und CSU angriff, die das Projekt vorantreiben. Die Grünen hatten das Thema Startbahn im Koalitionsvertrag mit der SPD ausgeklammert.

Johannes Welte

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