Wurzel-Zoff auf Nachbars Grundstück

München - Grundstücksbesitzer müssen nicht hinnehmen, dass Baumwurzeln aus dem Nachbargarten ihren Rasen zerstören. Das geht aus einem aktuellen Fall vor dem Amtsgericht hervor.

Wenn dies der Fall ist, können Betroffene die Kappung der Wurzeln verlangen. Das ergibt sich aus einer Entscheidung des Amtsgerichts München I (Az: 121 C 15076/09), wie der Deutsche Anwaltverein (DAV) mitteilt.

Im verhandelten Fall standen an der Grenze zweier Grundstücke auf der einen Seite vier alte Bäume, deren Wurzeln ins andere Grundstück eindrangen und den Rasen durchwucherten. Der Rasen war so beeinträchtigt, dass die Besitzerin ihn nicht mehr pflegen konnte.

Nachdem ein Schlichtungsversuch gescheitert war, klagte die Eigentümerin des beschädigten Rasens. Das Gericht entschied, es liege eine erhebliche Beeinträchtigung durch die Wurzeln vor. Sachgerechte Pflege und ungestörtes Wachstum seien nicht mehr möglich. Gingen die Bäume durch eine Wurzelkappung ein, so sei das hinzunehmen – sie waren nach Feststellungen von Fachleuten nicht mehr erhaltenswert.

Gerichte haben schon etliche Male über Streit am Gartenzaun berichtet.

Beispiele:

Hafte ich, wenn mein Baum auf Nachbars Garten kracht?

Urteil: Wer seine Bäume nicht regelmäßig auf Krankkeit und Überalterung kontrolliert, haftet für Sturmschäden.

OLG Schleswig Az 12 U22/93

Darf mein Nachbar sein Grundstück verwildern lassen?

Urteil: Gegen verwilderte Gärten ist man in der Regel machtlos. Nur in Extremfällen urteilen Gerichte pro Kläger. Unzumutbar ist die Überwucherung mit dem Allergieauslöser Traubenkraut.

tz

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