Kastanie kippt in die Isar

Das Ende eines alten Baumes

München - Weil die Wurzeln durchgefault waren, ist eine 14 Tonnen schwere Kastanie in die Isar gekippt. Die Feuerwehr musste anrücken.

Wurzeln verfault: Kastanie kippt in die Isar

Wer weiß, was dieser Baum schon alles gesehen hätte, würde er Augen haben: Eine uralte Kastanie stürzte am Samstag Nachmittag an der Erhardstraße auf Höhe des Deutschen Museums in sich zusammen. 20 Meter hoch war der alte Baumriese, der etwa 14 Tonnen wog.

Aus heiterem Himmel hatte sich auf einmal der Baum zur Seite geneigt und war umgekippt. Gott sei Dank stand niemand am Geländer vor der Baum, als er über die Ufermauer in die Isar stürzte. Die Wurzeln waren laut Berufsfeuerwehr durchgefault und konnten den Riesen nicht mehr halten. Die Feuerwehr sperrte sofort de gesamten Platz um den Baum ab. Da er aus dem Wasser schwer zu bergen war, kletterten die Einsatzkräfte der Feuerwehr hinunter ins Flussbett, so dass sie von dort den Riesen per Kettensäge in handliche Teile zerkleinern konnten.

Andere Feuerwehrmänner machten sich von einer Drehleiter aus daran, die Äste vom Stamm zu sägen. Die Holztrümmer wurden dann mit einem Feuerwehrkran an Land gezogen. Als die Einsatzkräfte die Äste abgesägt hatten, wog der Stamm immer noch stolze sieben Tonnen! Auch die wurden mit dem Kran auf einen Laster gehoben. Mitarbeiter der Stadtgärtnerei brachten das morsche Holz schließlich weg.

Da der Baum bei seinem Sturz auch das Geländer am Isarkai mit sich gerissen hatte, wurde die Lücke mit einem Absperrband geschlossen.

Die Kastanie hatte, wie die meisten ihrer Artgenossen, unter dem Befall von Miniermotten gelitten, wie die gelben Blätter zeigten. Die Berufsfeuerwehr schließt aber aus, dass das Grund für den Schaden war. Das Baureferat prüft die Bäume an der Isar regelmäßig auf ihre Standfestigkeit, morsche Stämme werden dann gefällt. Am Sonntag war dort allerdings niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

J. Welte

Rubriklistenbild: © Thomas Gaulke

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