Xavier Naidoo tanzt sich durch die Olympiahalle

Xavier Naidoo
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Xavier Naidoo bei seinem Auftritt in München.

München - Nein, wer so zu seiner eigenen Musik tanzt, der verstellt sich nicht. Der ist so. Wie Xavier Naidoo. Unbeschwert von dem, was man über seine Hoppeleinlagen halten könnte, hüpft er durch den Auftakt seiner Deutschland-Tournee.

In der nicht wirklich vollen Olympiahalle dauert es ein wenig, bis der Funke überspringt, aber Naidoo entmutigt das nicht. Im Gegenteil: Wenn bei einigen Liedern vom neuen Album „Alles kann besser werden“ die Stimmung einzubrechen droht, hängt sich der 38-Jährige umso leidenschaftlicher ins Zeug. Im Fußball sagt man: über den Kampf zum Spiel finden.

Und natürlich ist Naidoo, Friedensgesänge hin, Rosenkranz-Poesie her, primär ein Kämpfer. Seit Jahren trotzt er gelassen aller Häme und pflegt seinen unverwechselbaren Stil. Man darf vermuten, dass Widerstände Naidoo anspornen. Wenn er sich inbrünstig zu Europa bekennt, ist anfangs eine gelangweilte Unruhe zu spüren. Aber nicht lange: Naidoo bricht aus seinem charakteristischen Singsang aus und lässt ahnen, was er mit seiner Stimme alles anstellen könnte. Doch trotz mancher Längen und sperriger Erbauungslyrik gibt es große Momente, wenn etwa die Band bei „Gib dich nicht auf“ sehr hörenswert die Disco-Könige von Santa Esmeralda zitiert. Naidoo gibt den Musikern Raum und lässt lächelnd zu, dass die Sängerin Cassandra Steen ihm bei ihrem Kurzauftritt ein bisschen die Show stiehlt. Er kann’s sich leisten.

Zoran Gojic

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