Keiner weiß, wie es weitergeht

XXXLutz: Das Ende ist endgültig

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Der große Ausverkauf: Jetzt wird das Möbelhaus abgewickelt

München - Aus und vorbei. Für die 160 Mitarbeiter des XXXLutz auf der Theresienhöhe war am Samstag vor einer Woche der letzte Arbeitstag.

Aus und vorbei. Für die 160 Mitarbeiter des XXXLutz auf der Theresienhöhe war am Samstag vor einer Woche der letzte Arbeitstag (tz berichtete). Das Ende – es kam plötzlich und überraschend. Am gestrigen Freitag lud die Gewerkschaft verdi zu einer Betriebsversammlung, bei der sich auch Dirk Bader von der Geschäftsleitung der Belegschaft stellte. Über seinen Anwalt Klaus Peter Aumüller ließ er verkünden: „Die Gehälter werden bis zum 31. 5. 2014 gezahlt.“ Auch er habe vorab nichts von der Schließung gewusst. Die Reaktionen im Saal: Pfiffe, Buhrufe. Kaum einer wollte ihm glauben. Die Geschäftsführung habe sich doch kürzlich erkundigt, wie man die Gebäude abschließe. Zudem sei noch kein Weihnachtsmarkt aufgebaut worden, führen Mitarbeiter als Gegenargument an. Ihre Zukunft ist offen, genauso wie die des Gebäudes. Stadtrat Andreas Lotte (SPD): „Bis jetzt gibt es noch kein Konzept.“ Von Plänen für eine Shopping-Mall wisse er nichts.

Florian Fussek

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Das sagen die XXXL-Mitarbeiter

Martin Hoebusch (41 Jahre) aus Neu Esting, arbeitete im Büro: "Wir als Schwerbehinderte finden sehr schwer einen neuen Job. Wir bekommen unkündbare Verträge. Ein Arbeitgeber überlegt es sich fünf Mal, ob er einem Behinderten einen Job gibt. Ich sehe für die Zukunft schwarz!"

Zahra Cigden (19 Jahre), aus München, Auszubildende zur Dekorateurin: "Ich habe schon Angst vor der Zukunft. Ich bin Azubi im zweiten Lehrjahr. Hier zu arbeiten war wegen den Kollegen toll, wir waren wie eine große Familie. Aber jetzt würde ich am liebsten zur Konkurrenz gehen."

Daniel Stojiljkovic (30 Jahre) aus München, arbeitete in der Haustechnik: "Ich möchte das hier öffentlich machen. Normal passiert alles im Stillen. Aber was haben wir jetzt noch zu verlieren? Wir wollen uns vor den Laden stellen und den Kunden sagen, wo sie ihr Geld lassen!"

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