160 Mitarbeiter stehen auf der Straße

XXXLutz: Betriebsrat entsetzt über Vorgehen

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München - Nach dem überraschenden Aus hat das Lutz-Möbelhaus an der Theresienhöhe schon am Montag geschlossen. Mitarbeiter holen ihre persönlichen Dinge, der Betriebsrat ist entsetzt vom Vorgehen des Unternehmens.

Am Montagmittag ist alles ruhig vor dem XXXLutz-Eingang auf der Theresienhöhe. Zwei Wachmänner stehen vor dem geschlossenen Eingang, gelbe Plakate bewerben den „Ausverkauf ab dem 10. Oktober“, Passanten bleiben stehen, schauen, staunen. Der XXXLutz, bis zum Samstagabend Münchens größter Möbelmarkt, ist Geschichte. Zumindest fast. Denn bevor hier eine Shopping Mall – also ein Einkaufszentrum mit Filialen von Handelsketten – entstehen kann, muss der Markt abgewickelt werden. Bis Jahresende sollen die Ausstellungsstücke verkauft sein. So bald wie möglich will man außerdem eine Einigung mit den 160 Angestellten erzielen. Der Part mit den Mitarbeitern dürfte das schwierigere Unterfangen sein: Wer sich im Umfeld des Unternehmens umhört, ahnt, wie schlecht die Atmosphäre ist zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat.

Wie berichtet, hatte das Unternehmen am Sonntag überraschend bekannt gegeben, den Standort auf der Theresienhöhe aufzugeben. Am Samstag waren Betriebsrat und Mitarbeiter informiert worden. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi gibt es aber auch Verkäufer, die nichtsahnend am Montag zur Arbeit erscheinen wollen – und dann vor geschlossenen Türen stehen. „Lutz hat den Eintritts-Code geändert“, sagt Verdi-Mann Georg Wäsler. „Vom Personaleingang aus wurde man kurz hineingeführt und hatte die Möglichkeit, persönliche Unterlagen aus dem Spind oder der Umkleidekabine zu holen.“ Das österreichische Unternehmen hatte ohne Absprache mit dem Betriebsrat angekündigt, den Ausverkauf mit Mitarbeitern aus anderen Filialen durchführen zu wollen. „Das ist rechtswidrig!“, ist Gewerkschafter Wäsler sicher.

An der Unternehmensspitze sieht man das ganz anders. Helmuth Götz aus der Geschäftsführung hatte am Sonntag gesagt, man wolle den „teilweise sehr langjährigen Mitarbeitern ersparen, dass sie ihre eigene Filiale abwickeln müssen“. Am Montag betont ein Unternehmenssprecher, dass bis einschließlich Mittwoch jeder Mitarbeiter noch ins Gebäude könne, „um zum Beispiel das Bild von der Familie vom Schreibtisch zu holen“. Den geänderten Eintrittscode erklärt er mit Sicherheitsbedenken. Das Unternehmen hat nun andere Büroräume in München gemietet, in denen ab Donnerstag die Leitung des Hauses und der Betriebsrat ihre Arbeit machen sollen – und einen Sozialplan für die 160 Mitarbeiter entwerfen. Die bekommen vorerst weiter die vollen Bezüge und sind lediglich „freigestellt“. Die 13 Azubis von der Theresienhöhe werden in andere Filialen versetzt.

Felix Müller und Julia Bosch

Wie die weiteren Planungen aussehen, Reaktionen aus der Politik und die Stimmung im Stadtviertel -

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