MVV und MVG zanken sich

Streit um eigene Stadtfahrkarte

München - Kocht die Landeshauptstadt beim öffentlichen Nahverkehr bald ihr eigenes Tarif-Süppchen und legt ein Stadtticket auf? Darüber ist ein Streit zwischen der MVV und der MVG entbrannt.

Ausgerechnet bei der Feier zum 40. Geburtstag des MVV regte MVG-Chef Herbert König die Schaffung einer eigenen städtischen Fahrkarte außerhalb des MVV-Tarifs an. Sie solle den Bedürfnissen der Kernstadt entgegenkommen.

Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund konterte darauf: „Diesen Plan ohne Abstimmung und ohne Vorbereitung in den zuständigen Gremien in die Öffentlichkeit zu tragen, ist eher unüblich.“

Geschäftsführer Alexander Freitag ließ außerdem klarstellen: „Die Entscheidungsfindung ist geregelt: Zuständig ist die MVV-Gesellschafterversammlung.“ Der MVV lehnt eine eigene MVG-Fahrkarte ab. Grund: Gerade die Einheit des Gemeinschaftstarifs unter dem Motto „ein Netz, ein Fahrplan, ein Ticket“ macht den Erfolg des Systems aus.

MVG-Chef König lässt das ungerührt. Er ließ am Montag mitteilen, dass nur der MVG-Aufsichtsrat über ein eigenes Ticket entscheidet und nicht der MVV. Und er verwies auf Nürnberg und Fürth, wo im Dezember eine eigene Stadtfahrkarte eingeführt worden ist. Die Stadt-Tickets sind übrigens um bis zu 15 Prozent teurer als die alten Verbundkarten. Vermutlich sind die Aussicht auf höhere Einnahmen und Preise auch der Grund für Königs Initiative.

KHD

Rubriklistenbild: © dapd (Symbolbild)

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