Imam Idriz spricht zur Menge

Münchner aller Religionen setzen Zeichen gegen Terror

München - Auch am Freitag gehen viele Münchner gemeinsam gegen den Terror auf die Straßen - unabhängig von ihren Glaubensrichtungen. Imam Idriz positioniert sich klar.

Es schien also ob der Himmel auch für die Toten der Anschläge von Paris weint. Am Freitagabend gingen in München die Menschen auf die Straße. Unter dem Motto: „Steh auf gegen Hass und Gewalt!“, rief das Münchner Forum für Islam zu einer Kundgebung auf dem symbolträchtigen Geschwister-Scholl-Platz auf.

Imam Benjamin Idriz

Aber nicht nur Muslime gingen auf die Straße. Mit dabei waren auch Vertreter anderer Religionen. Das Zeichen ist klar: das Problem das Terrorismus können wir besiegen – aber nur gemeinsam! „Wir müssen jetzt alle zusammenstehen, Muslime wie nicht Muslime. Alle, die gemeinsam ein friedliches Miteinander aufbauen möchten, gegen all jene, die sich dem entgegenstellen!“, sagte Imam Benjamin Idriz bei der Kundgebung.

Der Schuldige für die Terroranschläge der letzten Wochen war offenbar der sogenannte Islamische Staat. Die Gräueltaten legitimieren die Terroristen auch mit ihrer Religion – eine Ansicht, die der Imam vehement verneint: „Wir, die Muslime auf der ganzen Welt, leiden unter diesem Tun, weil es unsere Religion ist, die dabei so unbeschreiblich pervertiert wird.“

Ude: "Aktiv gegen Missbrauch vorgehen"

Aber er sieht auch die Muslime in einer Verantwortung. „Wir Muslime dürfen uns nicht darauf zurückziehen, dass das doch nicht wir sind, die so handeln, dass das doch nichts mit uns und unserem Glauben zu tun hat. Wer, wenn nicht wir, kann und muss dagegen immer wieder laut und entschieden auftreten!“ Auch der Alt-OB Christian Ude betonte: „Die Religionen sind aufgerufen, aktiv gegen ihren Missbrauch vorzugehen. Wir können dankbar sein, dass heute hier alle Religionen vertreten sind!“

Am Freitag setzte München gemeinsam ein Zeichen gegen den Terror. Es ist ein kleines Licht in einer derzeit dunklen Welt. Jetzt gilt es für alle, dass aus dem kleinen Licht eine Flamme des Miteinander wird. Der strömende Regen konnte diese zumindest nicht löschen.

Florian Fussek

Rubriklistenbild: © Markus Götzfried

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