Rohrbruch: Mehrere Straßen in Pasing geflutet

München - Ein gebrochenes Wasserrohr hat mehrere Straßenzüge in Pasing geflutet. Zahlreiche Keller und Garagen standen unter Wasser. Erst am 30. Januar hatte ein geborstenes Rohr in der Sonnenstraße große Schäden verursacht.

Lesen Sie auch:

Wasserrohrbruch an der Sonnenstraße

Am Dienstagmittag platzte im Pasinger Steinerweg eine Trinkwasser-Versorgungsleitung. In Kürze bahnten sich enorme Wassermassen ihren Weg in Richtung Würm. Der komplette Steinerweg wurde geflutet, ebenso die Hillern- und Institutsstraße. Zeitweise stand das Wasser bis zu 30 Zentimeter hoch. Tiefgaragen und Keller der anliegenden Häuser waren ebenfalls betroffen.

Etwa 35 Einsatzkräfte der Münchner Berufsfeuerwehr, 30 Polizisten und Mitarbeiter der Münchner Stadtwerke (SWM) waren vor Ort im Einsatz, nachdem Passanten gegen 13.40 Uhr die Feuerwehr alarmiert hatten. Nach etwa einer Stunde konnten sie das Wasser stoppen, bis dahin waren laut Schätzung der Stadtwerke rund drei Millionen Liter Wasser ausgelaufen.

Straße in Pasing geflutet

Pasing: Großes Aufräumen nach Wasserrohrbruch

Eine Rohrleitungsfirma begann im Auftrag der SWM umgehend, die Leitung, die sich unter einem Gehweg befindet, freizulegen und bis in den späten Abend zu reparieren. Für die Dauer der Aufräumarbeiten blieb die Straße gesperrt. Deren komplette Wiederherstellung dürfte nach Schätzungen der SWM noch mehrere Tage dauern.

Wie viele Keller und Garagen vom Wasser geflutet wurden, war zunächst unklar. In einem tieferliegenden Gebäude am Ende des Steinerwegs stand dort das Wasser etwa zwei Meter hoch. Das anliegende Klinikum München-Pasing war allerdings nicht betroffen.

In einer anderen Garage im Steinerweg parkte der 3er-BMW von Mathias Rothmeier, 49. Sein Auto stand in der unteren Duplex-Garage etwa zur Hälfte unter Wasser. „Ich habe keine Ahnung, ob er noch fährt“, sagte Rothmeier. „Die Elektronik ist auf jeden Fall nass geworden.“ Bei aller Ungewissheit hatte der 49-Jährige aber wohl noch Glück: Als das Wasser kam, fuhr eine Nachbarin sofort die untere Etage der Duplex-Garage nach oben. Sonst wäre das Cabriolet komplett abgesoffen. Immerhin: Rothmeiers Kellerabteil ist trocken geblieben.

Über die gesamte Schadenshöhe lassen sich derzeit noch keine Aussagen treffen: „Da aber weitem nicht so viele Gebäude wie in der Sonnenstraße betroffen sind, dürfte die Summe um ein Wesentliches niedriger sein“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Unterdessen haben die SWM einen Gutachter beauftragt, der sich mit den Geschädigten in Kontakt setzt.

Auch die Ursache für den Bruch ist noch ungeklärt. Das schadhafte Rohrstück soll im Labor der SWM untersucht werden. Wie bereits in der Sonnenstraße handelt es sich um ein Graugussrohr mit 40 Zentimetern Durchmesser.

Der Grund für den Rohrbruch in der Sonnenstraße ist mittlerweile geklärt: Das Zusammenspiel gleich mehrerer unglücklicher Bedingungen hat laut den Stadtwerken am frühen Morgen des 30. Januar dafür gesorgt, dass rund fünf Millionen Liter Wasser in Keller, Tiefgaragen und Geschäfte eindrangen und zwischen Sendlinger Tor und Stachus einen Millionenschaden hinterließen. „Weder das Alter des Rohres noch das verwendete Material sind ursächlich für den Schaden“, sagte SWM-Versorgungschef Stephan Schwarz. Vielmehr seien Kriegsschutt und andere Fremdkörper im Boden ursächlich dafür gewesen, dass es an mehreren Stellen des Rohres zu Korrosionen kam.

Rohrbruch in der Sonnenstraße im Januar

Bilder von der Sonnenstraße: Lebensträume fallen ins Wasser

Dieser Umstand allein hätte jedoch nicht zu dem enormen Schaden geführt, so Schwarz. Hinzu kam, dass das Rohr teilweise auf einem Betonriegel lag. „Sie wurden in den 50er Jahren verlegt, um Rohre zu stabilisieren“, erklärt Eduard Bauer, Leiter des SWM-Netzbetriebs. Das sei völlig unnötig. Heute würden die Rohre in Sand gebettet, damit sie schwingen können, um die ständig wechselnde Last, die von der Straße über das Erdreich übertragen wird, auszugleichen. Durch den Betonriegel war das nicht möglich, die Schadstellen weiteten sich aus. Schwarz: „Wir gehen davon aus, dass bereits über Wochen Wasser aus dem Rohr ausgetreten war.“ Schließlich brach die Leitung. Der an der Sonnenstraße entstandene Schaden geht wohl in die Millionenhöhe. „Für eine Gesamtbilanz ist es aber noch zu früh“, sagte Schwarz. Etwa 40 Betroffene stünden gegenwärtig mit den SWM und ihrer Versicherung in Kontakt.

Von Alexandra Müller und Ann-Kathrin Gerke

Rubriklistenbild: © Berufsfeuerwehr

Auch interessant

Meistgelesen

Kommentare