Am Pasinger Bahnhofsplatz

Beim Aussteigen aus dem Bus geschleudert - Zeugen gesucht

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Renate Krizic ist auf der Suche nach Zeugen.

München - Weihnachten war schon fest mit der Familie eingeplant - bis Renate Krizic aus dem Bus aussteigen wollte. Das Fest musste sie dann im Krankenhaus verbringen.

Es ist der 15. Dezember, als Renate Krizic (65) zum Einkaufen in die Pasing-Arcaden will. Eine Station mit der Bahn und ab in den Bus 56, der sie in das Einkaufszentrum bringen soll. Sie findet einen Platz, die schnelle und ruppige Fahrt beginnt. Der Bus hält planmäßig am Pasinger Bahnhofsplatz.

Was dann beim Aussteigen passierte, schildert Krizic wie folgt: Ein Ruck sei plötzlich durch den Bus gegangen. Und obwohl sich die Münchnerin mit einer Hand festhielt, sei sie aus dem Fahrzeug geschleudert worden. "Dann lag ich im Dreck." Ein Schmerz habe ihren Oberschenkel durchzogen, sodass sie sich nicht bewegen konnte. Ein aufmerksamer Passant habe sofort den Krankenwagen gerufen, Renate Krizic sei sofort versorgt worden. Aber: "Der Busfahrer hat sich in keinster Weise um mich gekümmert." Er habe sich nur dafür interessiert, seinen Fahrplan einzuhalten. Als der Sanka dann kam, war der Bus schon lange weg.

Renate Krizic musste auf Reha

Im Krankenhaus erhält Renate Krizic dann die Schockdiagnose: Oberschenkelhalsbruch. Sie wird operiert, muss aber den Nagel in ihrem Bein wohl ihr Leben lang behalten. Sie sieht es mit Galgenhumor: "Das ist dann wohl mein Sargnagel." Weihnachten verbringt sie nicht zwischen Christbaum und Plätzchen, sondern zwischen Krankenbetten und Ärzten. Dort läuft aber eigentlich alles gut: Die Versicherung meldet sich, Renate Krizic macht die gewünschten Angaben. Jetzt geht ihren Angaben zufolge aber das Verwirrspiel los. Ihre Versicherung habe die Informationen falsch an die MVG übertragen, an die sie Ersatzansprüche stellen. Anstatt 15. Dezember, 13.10 Uhr, Bus 56, sei eine ganz andere Uhrzeit und Busnummer bei der Versicherung angekommen. Folgerichtig nimmt die MVG Stellung, dass das nicht sein könne. Bis 30. Dezember ist Renate Krizic im Krankenhaus, hatte da schon einen Stapel Papierkram auf dem Tisch. Am 12. Januar kommt sie nach Prien am Chiemsee auf Reha. Und wieder erhält sie Post: Die MVG habe das Unfallbild genau nachzeichnen wollen - und das wörtlich. Renate Krizic sollte eine Skizze des Unfalls zeichnen, den Namen, die Wagennummer und das Kennzeichen angeben. "Wer merkt sich solche Daten, wenn er normal mit dem Bus fährt? Damit rechnet man doch nicht."

Das sagt die MVG

Michael Solic aus der Pressestelle der Stadtwerke München erklärt: "Die MVG hat erst von dem Vorfall erfahren, als am 7. Januar ein Schreiben der Krankenkasse Renate Krizics eintraf." Zur Klärung des Unfallhergangs habe die MVG dann einen Unfallfragebogen an die Krankenkasse übermittelt. Anhand der Details, die Renate Krizic dann angeben hat, habe sich herausgestellt, dass es sich offenbar um einen Bus sowie einen Fahrer einer Fremdfirma handle, die als Kooperationspartner der MVG diese Strecke fährt. Deshalb kann die MVG auch keine Stellung zu dieser Angelegenheit beziehen. Die MVG habe aber die Krankenkasse bereits informiert, wer der Partner ist. Weitere Fortschritte gebe es aktuell noch nicht, werden aber für die nächsten Tage erwartet.

Zeugen gesucht

Ihre Vorwürfe gelten aber dem Busfahrer oder der Busfahrerin. Ob Mann oder Frau, kann sie nicht mehr genau sagen. Denn: Sie war kurz bewusstlos. "Passanten haben mir geholfen, vom Fahrer oder der Fahrerin kam keine Reaktion." Jetzt sucht Renate Krizic Zeugen, die den Vorfall bestätigen können. Wer also am 15. Dezember gegen 13.10 Uhr am Pasinger Bahnhofsplatz war und die Situation mitbekommen hat, soll sich bitte bei ihr persönlich unter 0170-8855344 melden. Nicht vergessen, die Rufnummer auf sichtbar zu stellen!

ahi

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