Zeugen irrten sich - Unfalltoter unschuldig

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Ein Bild der Zerstörung: In dem auf dem Dach liegenden schwarzen BMW starb der Familienvater.

München - Irren ist menschlich. Im Fall eines verunglückten BMW-Fahrers jedoch stürzte ein Zeugenirrtum eine vom Schicksal schwer getroffene Familie in noch größere Nöte.

Am 23. Oktober berichtete die Münchner Polizei von einem tödlichen  Verkehrsunfall auf dem Innsbrucker Ring (Mittlerer Ring). Um 1.10 Uhr in der Nacht waren dort mitten auf der Kreuzung zwei Fahrzeuge mit hohem Tempo zusammengestoßen. Es meldeten sich Zeugen, die eine glaubhafte Schilderung des Unfalls abgaben. Demnach hatte der Fahrer eines schwarzen BMW bei Rotlicht die Kreuzung mit über 100 Sachen überquert, einen mit vier Männern besetzten Mazda gerammt und sich danach überschlagen. Der BMW-Fahrer (55) - ein Familienvater und Jurist aus Rosenheim - kam dabei ums Leben.

Der Gutachter jedoch hatte Zweifel an der Darstellung. Bei einer erneuten Vernehmung waren die Zeugen plötzlich gar nicht mehr so sicher. Und darum vermeldete die Münchner Polizei knapp zwei Wochen später am 2. November: Es war genau andersherum, und den getöteteten Familienvater  traf nicht die geringste Schuld. Er hatte Grünlicht, und der Mazda raste bei Rotlicht und viel zu schnell über die Kreuzung.

Familie ist es wichtig, "dass ihn keine Schuld traf"

Die Familie des getöteten BMW-Fahrers hat unter der falschen Darstellung sehr gelitten und ist jetzt erleichtert, dass das Ansehen des Toten wiederhergestellt ist: „Es bringt mir den Mann und den Kindern den Vater nicht zurück. Aber es ist uns trotzdem wichtig, dass ihn keine Schuld an dem Unglück traf“, sagte seine Ehefrau gefasst. Sie hatte sich am Unglücksabend mit einer schweren Erkältung früh schlafen gelegt. Darum hatte ihr Mann länger als gewöhnlich noch in der Bank gearbeitet. Als am nächsten Morgen sein Bett leer war, „habe ich sofort gewusst, das etwas Schlimmes geschehen ist“.

Dorita Plange

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