DGB bietet Asylbewerbern Hotelzimmer an

Ziehen die Flüchtlinge an den Stadtrand?

+
Ghlam Vali, Sprecher der Asylbewerber, zeigt ein Schreiben mit den Forderungen der Flüchtlinge.

München - Wie geht es weiter mit den 45 Asylbewerbern, die sich im Gewerkschaftshaus des DGB in der Schwanthalerstraße verschanzt haben? Offenbar besteht das Angebot, Hotelzimmer anzumieten oder einen Zeltplatz am Stadtrand zu beziehen

Es sind zum Großteil Teilnehmer der beiden Protestmärsche, die am 20. August in Bayreuth und Würzburg starteten und am Dienstag in der Stadt gegen die bayerische Asylpolitik demonstriert hatten. Beim DGB hatten die „Non-Citizens“, wie sich die Asylbewerber selbst bezeichnen, den Keller von 14 bis 22 Uhr für „Besprechungen“ reserviert. Die Asylbewerber hatten auch versucht, ihr Quartier in der Akademie der Bildenden Künste aufzuschlagen, doch dort wurden sie nicht hineingelassen. Da etwa die Hälfte der Asylbewerber wegen der Residenzpflicht nicht in München sein dürfte, weigern sie sich bislang, das Haus zu verlassen. Sie fürchten, von der Polizei kontrolliert und angezeigt zu werden.

Hotelzimmer oder Zeltplatz

Für den DGB ist das Quartier nur eine „absolute Notlösung“. Das Gebäude sei ein reines Bürohaus. Allerdings wurden für die Flüchtlinge Duschen geöffnet, sie waschen sich nun in Schichten. Außerdem brachten Gewerkschafter die Kleider in die Wäscherei, es gibt auch Getränke und Sympathisanten versorgen die Asylbewerber mit Semmeln, Käse und Nudeln. „Wir haben aber Angst, dass wir dabei wieder der Polizeigewalt ausgeliefert sind“, so Vali.

Auf den Märschen waren die Demonstranten mehrfach von der Polizei eingekesselt und mit Gewalt getrennt worden, weil sie sich gegen die Feststellung ihrer Personalien gewehrt hatten. Donnerstag kamen dann überraschend Bayerns DGB-Chef Matthias Jena und die kommissarische DGB-Regionsvorsitzende München Simone Burger zu Verhandlungen zu den Asylbewerbern, um ein neues Angebot vorzulegen. Er bot an, 15 Doppelzimmer in Hotels im Bahnhofsviertel anzumieten oder den Zeltplatz „The Tent“ des Kreisjugendrings in Moosach zu beziehen. Auf den Weg dorthin würden die Flüchtlinge von DBG-Personal begleitet. Polizeisprecher Wolfgang Wenger erklärte der tz, dass sie auf den Weg dorthin sowie in der neuen Unterkunft keine Angst vor Kontrollen zu haben bräuchten. Die Asylbewerber haben sich jetzt zwei Tage Bedenkzeit ausbedungen.

Johannes Welte

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Feuerwehreinsatz auf der Linie der S1
S-Bahn: Feuerwehreinsatz auf der Linie der S1
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Nach Liebesspiel in der U-Bahn: Das sagt ein MVG-Mitarbeiter
Nach Liebesspiel in der U-Bahn: Das sagt ein MVG-Mitarbeiter

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion