Prozess wegen Betrugs

Zockten diese Männer sechs Millionen Euro ab?

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Rainer S. (r.) und Zoran M. mit Anwälten und Dolmetscherin beim Prozessauftakt.

München - Für die Aussicht auf 180 Prozent Gewinn in wenigen Wochen sollen ein Münchner Unternehmer-Ehepaar und ein Firmen-Treuhänder je eine Million Euro aufs Spiel gesetzt und verloren haben! Zwei Geschäftsleute stehen deshalb nun vor Gericht.

Für die Aussicht auf 180 Prozent Gewinn in wenigen Wochen sollen ein Münchner Unternehmer-Ehepaar und ein Firmen-Treuhänder je eine Million Euro aufs Spiel gesetzt und verloren haben! Zwei Geschäftsleute, die ihnen das Angebot gemacht hatten, stehen jetzt wegen Betrugs vor dem Landgericht.

Rainer S. (51) hat schon im Ermittlungsverfahren die Verantwortung für die Verluste der Geldgeber von sich gewiesen und sich selbst als Opfer bezeichnet. „Er will freigesprochen werden“, sagte sein Anwalt. Für den Betriebswirt sei der mitangeklagte Zoran M. (48) ein „Gegner“, der ihn gemeinsam mit anderen Beteiligten um mindestens sechs Millionen Euro gebracht habe. M. weist das jedoch zurück.

Den Geldgebern wurde eine "absolut sichere" Anlage vorgegaukelt

Laut Anklage hat der Betriebswirt als Alleingeschäftsführer einer Marketing- Firma mit den Unternehmen des Mitangeklagten und eines früheren Verdächtigen einen Fonds zur Finanzierung von Pharmaprojekten gegründet. Den Geldgebern wurde eine „absolut sichere“ Anlage vorgegaukelt: Sie könnten in zwei bis drei Wochen mit einer Million Euro satte 1,8 Millionen Euro Gewinn machen und bekämen zudem ihr Grundkapital in einigen Monaten zurück. Bei einem Treffen in einem Luxushotel im April 2007 wurde für das investierte Kapital eine Bankgarantie zugesichert. Bis zu deren Eintreffen sollte eine Verfügung über das Anlagekonto nur gemeinsam möglich sein. Die Geldgeber überwiesen je eine Million Euro auf ein Treuhandkonto der Firma von Rainer S.

Dieser soll allein über das Kapital verfügt und hohe Beträge auf ein anderes Konto seiner Firma und Privatkonten umgeleitet haben. In die vorgegebene Finanzierung von Pharmaprojekten floss kein Cent. Die Geldgeber verloren alle Einlagen.

tz

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