Verhandlung am

Zoff um Wüsten-Wiesn: Stadt München verklagt Betreiber - Gericht muss entscheiden

Das Münchner Oktoberfest
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Die Wiesn ist abgesagt, aber eine Alternativveranstaltung soll in Dubai stattfinden

Die Wiesn ist zwar abgesagt, dennoch ist sie in aller Munde – etwa durch die Werbung für eine geplante Alternativveranstaltung im Wüsten-Emirat Dubai. Dagegen wehrt sich das Rathaus nun – vor Gericht. Wie eine Sprecherin des Landgerichts auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, wird kommenden Freitag verhandelt.

Die Landeshauptstadt München hat eine einstweilige Verfügung gegen die Veranstalter des Oktoberfests Dubai beantragt. Damit soll verhindert werden, dass weiterhin für eine Wiesn in der Wüste geworben wird – unter anderem auf einer Website. Insbesondere richtet sich der Antrag auf Unterlassung gegen die Formulierung „Oktoberfest goes Dubai“ sowie die dazugehörige grafische Darstellung.

„Wir wollen unser Oktoberfest gegen Trittbrettfahrer in Schutz nehmen“, sagt Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU). „Das Oktoberfest ist eine Errungenschaft Münchens.“ Dabei gehe es explizit nicht um den Markennamen – Oktoberfest-Kopien gibt es schließlich bereits weltweit. Sondern darum, dass der Eindruck erweckt werde, die Wiesn ziehe nach Dubai um. „Das ist die falsche Suggestion.“ Und es verstoße gegen Wettbewerbsgesetze. Die beiden Antragsgegner bestreiten dies und halten ihre Werbung für rechtlich zulässig. Telefonisch war der Veranstalter der Dubai-Wiesn gestern nicht zu erreichen.

Baumgärtner derweil ist sich sicher, dass es München Besucher kosten könnte, wenn das Gericht nicht einschreitet. Sollte beispielsweise Gästen das Oktoberfest in Dubai nicht gefallen, könnten sie künftig auch das Original in München meiden. „Außerdem kann es auch nicht sein, dass jemand die Wertigkeit der Wiesn benutzt, um Geschäfte zu machen“, sagt Baumgärtner.

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