Was der Zoll alles findet

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36 lebende Schlangen, bei einem Australier am Flughafen endeckt

München - Große Erfolge im Kampf gegen Schwarzarbeit, Produktpiraterie und Schmuggel, sowie Steuereinnahmen in Rekordhöhe: Die Jahresbilanz 2011, die das Hauptzollamt München am Freitag vorgelegt hat, führt beeindruckenden Zahlen auf.

„Zu den Schwerpunkten zählten nach wie vor die Bekämpfung von Drogenschmuggel und der Schwarzarbeit sowie die Erhebung von Verbrauchssteuern, Einfuhrumsatzsteuer und Zöllen“, berichtet der Leiter der Behörde, Gerhard Rittenauer. Rund 400 Zöllnerinnen und Zöllner sind allein am Münchner Flughafen im Einsatz. Sie deckten 2011 wieder zahlreiche Verstöße gegen das Waffen- und das Betäubungsmittelgesetz fest. 120 Kilogramm Rauschgift, davon allein 22 Kilogramm Kokain, 20 Kilogramm Heroin und 12 Kilogramm Cannabis, wurden sichergestellt und 372 verbotene Waffen, vornehmlich Schlagringe und Wurfsterne, aus dem Verkehr gezogen.

Das zieht der Zoll am Flughafen aus dem Verkehr

Sztrec

Auch Exotisches stand bei den Reisenden hoch im Kurs: So beschlagnahmten die Beamten 211 illegal eingeführte Tiere und 3700 Arzneimittel, etwa aus Affenhoden oder Tigerknochen. 190 Verstöße gegen das Artenschutzgesetz und 423 Fälle von Markenpiraterie registrierten die Zoll-Kontrolleure. Gegen 1471 Reisende, die ihre Mitbringsel nicht ordnungsgemäß angemeldet hatten, wurden Strafverfahren eingeleitet.

Doch nicht nur am Flughafen ist das Hauptzollamt aktiv. Rund um die Uhr sind mobile Kontrolleinheiten unterwegs. Sie überprüften im vergangenen Jahr auf Oberbayerns Straßen 7700 Fahrzeuge – und wurden 232 Mal fündig: Unversteuerte Zigaretten im Gesamtwert von acht Millionen Euro und 42 verbotene Gegenstände kamen ans Licht.

Auch beim Thema Schwarzarbeit kennt der Zoll kein Pardon: „Schwarzarbeiter und ihre Auftraggeber schädigen alle: Sie betrügen die Sozialversicherung, hinterziehen Steuern und gefährden Arbeitsplätze“, heißt es in einer Mitteilung. Deshalb wurden 2011 insgesamt 7300 Personen und 1335 Arbeitgeber überprüft. Das Ergebnis: Rund 16,7 Millionen Euro Schadenssumme wurden ermittelt. In 1 960 abgeschlossenen Strafverfahren wurden obendrein Freiheitsstrafen von insgesamt 66 Jahren verhängt und Bußgelder in Höhe von rund 2,7 Milliarden Euro festgesetzt.

Insgesamt erwirtschafteten die Zöllnerinnen und Zöllner im vergangenen Jahr 7,1 Milliarden Euro für die Kassen des Bundes, der Europäischen Union und des Bundeslandes Bayern. Am stärksten zu Buche schlugen dabei aber gar nicht die Erfolge bei den Kontrollen, sondern die Verbrauchssteuern, die in die Zuständigkeit des Zolls fallen.

Ganze 4,3 Milliarden Euro erwirtschaftete das Hauptzollamt allein mit der Tabaksteuer. Zur Durchsetzung umweltpolitischer Energiesparziele erhob das Hauptzollamt außerdem 420 Millionen Euro Stromsteuer, 355 Millionen Euro Energiesteuer und 27 Millionen Euro Luftverkehrsabgaben, die alle von im Bezirk ansässigen Firmen entrichtet werden müssen. Die von der Behörde erhobene, aber den Ländern zustehende Biersteuer brachte dem Land Bayern immerhin ganze 42 Millionen Euro ein.

Benjamin Krischke

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