Karin Schönberger fordert Ermäßigung

IsarCard 60 für 429 Euro! Ärger um Seniorenkarte

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Karin Schönberger (69) mit ihrer IsarCard 60: „Wenn mein Mann mitkommt, muss er eine Streifenkarte lösen, weil zwei Jahreskarten kann sich doch keiner leisten.“

München - Wenn Karin Schönberger (69) unterwegs ist, dann nimmt sie meist die U- oder S-Bahn. Ihr Mann bleibt dann oft daheim. Nicht weil die zwei ein Problem hätten. Nein, sie sind ein perfektes Paar. Sondern weil die Fahrten teuer sind.

„Wir haben eine IsarCard 60 – und die kostet 429 Euro für die zwölf Monate“, erklärt die Münchnerin. Logisch – für zwei Karten müssten die Senioren dann 858 Euro hinblättern. „Wer soll sich das leisten können?“, schimpft Karin Schönberger. „Wo in unserer Stadt doch eh schon alles so teuer ist.“

Den Fahrkarten-Ärger kann Ingeborg Staudenmeyer, Chefin des Seniorenbeirats, absolut verstehen. „Wir beschweren uns seit Jahren darüber, dass bei den MVV-Angeboten zu wenig für die älteren Mitbürger in der Stadt getan wird“, so die Seniorenvertreterin. „Doch es kommt gar keine Reaktion.“ Studenten, Berufspendler – für jeden gebe es bessere und speziellere Ermäßigungen als für die Alten. „Das kann doch nicht sein. In diesem Fall wäre es doch angebracht, dass man über einen Rabatt für Ehepartner nachdenkt.“ Heißt: Dass zwei Isar-Cards 60 halt nicht über 800 Euro, sondern beispielsweise 600 pro Jahr kosten. „Das wäre ja noch immer eine Stange Geld – aber immerhin eine Verbesserung.“

Und es gibt noch etwas, was Ingeborg Staudenmeyer seit Langem aufregt. Die 9-Uhr-Begrenzung für die Rentner. „Warum dürfen die bei den günstigeren Tickets erst ab 9 Uhr fahren? Kein Rentner ist um diese Uhrzeit freiwillig unterwegs. Wenn Senioren in den frühen Morgenstunden in öffentlichen Verkehrsmitteln sitzen, dann mit gutem Grund: Sie müssen beispielsweise zu einem Arzttermin.“ Die Züge wären ihrer Meinung nach sicher nicht plötzlich rappelvoll, wenn man diese Zeit-Begrenzung aufheben würde.

Ingeborg Staudenmeyer, Chefin des Seniorenbeirats München, fordert schon länger günstigere Angebote für die älteren Mitbürger: „Bisher tut sich aber leider gar nichts.“

Beim MVV sieht man das anders: „Die IsarCard60 ist gegenüber den vergleichbaren IsarCards für jedermann um bis zu 70 Prozent ermäßigt“, so Sprecherin Beate Brennauer. „Dieser außerordentlich hohe, attraktive Rabatt ist nur deshalb möglich, weil diese Karte in den Hauptverkehrszeiten nicht gültig ist und damit zu einem Abbau der besonders kostenintensiven Verkehrsspitzen beiträgt.“ Und was ist mit einer Ehepartner-Karte? „Die Idee, eine ermäßigte Partnerkarte einzuführen, wurde bisher nicht realisiert, da dies zu Einnahme-Ausfällen in beträchtlicher Höhe bei den Verkehrsunternehmen geführt hätte.“ Zudem wäre die Karte im Preis so hoch, dass sie nicht angenommen werden würde. Aber: Immerhin sei die IsarCard 60 ja übertragbar.

Armin Geier

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