Zündlerpaar wollte nach Brasilien

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Knast statt Copacabana: das Zündler-Paar Sabine D. und Wolfgang F. auf der Anklagebank

München - Raumausstatter Wolfgang F. und seine Lebensgefährtin Sabine D. (beide 46) wollten den Bankrott ihrer Firmen durch Versicherungsbetrug wettmachen. Doch das Spiel mit dem Feuer ging schief.

Ihre Firmen waren bankrott. Raumausstatter Wolfgang F. und seine Lebensgefährtin Sabine D. (beide 46) sahen nur einen Ausweg: Die hoch versicherten Lagerbestände in einer Halle an der Streitfeldstraße (Berg am Laim) sollten in Flammen aufgehen! Sie wollten die Versicherungssumme kassierten und sich vom Acker machen - nach Brasilien.

„Wir wollten schnell Geld machen und uns dann absetzen“, gab Wolfgang F. vor dem Landgericht zu. Der mehrfach vorbestrafte Raumausstatter hatte sich zuletzt nur noch mit Steuer-Betrügereien über Wasser gehalten.  

Die Lage schien aussichtslos. Um dennoch Profit aus der misslichen Situation zu schlagen, versicherten die Angeklagten ihre Lagerbestände sehr hoch. In der Nacht zum 25. Juli 2010 fuhren sie gemeinsam zu ihrem Depot an der Streitfeldstraße. Wolfgang F. nimmt die Tat auf seine Kappe: „Ich bin alleine reingegangen. Sie hat nicht genau gewusst, was ich mache.“

Er täuschte zunächst einen Einbruch vor und verursachte mithilfe eines Lappens, der mit einem speziellen Öl getränkt war, einen Schwelbrand. Doch der erstickte wieder. Er legte erneut Feuer, entzündete Kartons und Akten.

Am nächsten Morgen entdeckte ein Nachbar den Qualm. Er alarmierte die Feuerwehr und löschte den Brand mit einem Feuerlöscher. Das Paar wollte dennoch 60 000 Euro von der Versicherung kassieren. Die Ermittlungen ergaben schnell, dass es Brandstiftung war. Aus der bereits gebuchten Brasilien-Reise wurde nichts.

Beide erhielten ein All-inclusive-Quartier hinter Gittern. Die Urteile: vier Jahre und acht Monate Knast für Wolfgang F., zweieinhalb Jahre für Sabine SEBU

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