Zum Gedenktag am 2. Oktober: Münchner verraten, woran sie glauben

Die Schutzengel der Promis

Pfarrer Schießler (re.) 1962 als kleiner Bub mit seinem Vater und seinem Bruder Wolfgang
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Pfarrer Schießler (re.) 1962 als kleiner Bub mit seinem Vater und seinem Bruder Wolfgang

Am 2. Oktober ist Schutzengeltag: Zu diesem Anlass verraten Promis, von wem sie sich beschützt fühlen.

  Ein Engel, der auf uns aufpasst und uns beschützt: Das ist ein wunderschöner und tröstlicher Gedanke, der nicht nur Kindern gut tut. Traditionell feiert die katholische Kirche immer am 2. Oktober die Schutzengel, die dem Glauben nach jedem Menschen zugeteilt wurden. Und neben den unsichtbaren Begleitern hat doch jeder von uns auch menschliche Engerl, die dieses Amt übernehmen - uns beschützen, Kraft und Trost in schweren Zeiten geben, uns durch Krisen führen oder einfach mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wir haben Münchner Promis gefragt, wer ihr ganz persönlicher Schutzengel ist. 

 „Mein Vater wurde am Schutzengeltag, am 2. Oktober 1927, geboren. Er starb mit 73 - am 11. September 2001 nach einer missglückten Herzklappen-OP. Genau in dem Augenblick, als die Zwillingstürme in New York einstürzten, schloss er für immer seine Augen. Als Sterbebild wählte ich ein Foto, das ihn als jungen Vater 1962 mit meinem Bruder und mir zeigt. Es ist bezeichnend, wie seine Hände uns beide umfassen und festhalten. Es war sein Lebensprogramm, nur für uns da zu sein, alles einzusetzen, damit wir eine gute Zukunft, Anstand und Zielstrebigkeit erlangen und Schaden von uns fernzuhalten. Sein Tod war auch für mich ein totaler Neuanfang. Seitdem begleitet und beschützt er mich wie auch sonst in meinem Leben, nur jetzt eben ein Stück näher beim lieben Gott.“ Pfarrer Rainer Maria Schießler (60)   

Pfarrer Rainer Maria Schießler

„Ich war vor ungefähr 20 Jahren auf der Maximilianstraße unterwegs, als mich ein fremder Mann ansprach. Er war Weissager aus der Schweiz und sagte zu mir, er könne sehen, dass ich zwei Schutzengel habe - das würde er an meiner Aura merken. Das war zwar ein bisserl seltsam, aber ich nehme diesen Glauben gerne an, dass zwei Engel mit mir gehen. Tatsächlich gibt es immer wieder mal Situationen, in denen ich das Gefühl habe, dass jemand auf mich aufpasst - etwa, wenn ein Autounfall passiert und man froh ist, erst zehn Minuten später losgefahren zu sein. Ich habe den Mann nie wieder gesehen, denke aber oft an diese Begegnung zurück.“
Uschi Glas (77), Schauspielerin

Schauspielerin Uschi Glas

„Mein Schutzengel ist Pater Rupert Mayer. Für unsere Familie war er immer unser Schutzheiliger, mein Papa und meine Onkeln waren bei ihm Ministranten. Das vergilbte Bildchen begleitet mich seit vielen Jahren in meinem Reisepass auf allen Orient-Reisen und irgendwie vertraue ich darauf, dass er mich vor Üblem bewahrt. Oft fällt das Bild bei Kontrollen aus dem Pass und selbst die muslimischen Soldaten sagen: „Your holy man?“ Ich sage ja, obwohl es keine offizielle Heiligsprechung gibt. Ich bewundere den Münchner Jesuiten sehr, der sein Leben lang den Armen half und den die Nazis ins KZ schmissen. Er darauf zur Gestapo: „Ich erkläre, dass ich im Falle meiner Freilassung, trotz des gegen mich verhängten Redeverbots nach wie vor predigen werde.“ So viel Mut für die Menschlichkeit hätte ich gerne.“ Christian Springer (56), Kabarettist   

Christian Springer

„Meine beste Freundin Julia ist mein Schutzengel. Wir kennen uns seit 2006. Sie ist meine beste Ratgeberin, meine engste Vertraute, meine verlässliche Schulter. Sie macht mein Leben angenehmer, mit ihr kann man lachen, aber auch weinen. Sie hört immer zu, gibt Ratschläge und ist für jeden Spaß zu haben. Bei ihr kann ich so sein, wie ich bin. Julia gehört einfach zu meinem Leben. Sie ist einfach mein Lieblingsmensch.“
Verena Kerth (40),
Moderatorin

Verena Kerth (re.) mit Freundin Julia

„Ich habe seit zehn Jahren einen Begleiter an meiner Seite, ohne den ich sowohl körperlich als auch mental nicht da wäre, wo ich heute bin. Florian Pavic vom R1 Sportsclub ist mein Schutzengel für Körper und Geist. Er ist mein mentaler Coach, durch ihn habe ich gelernt, mehr Achtsamkeit für mich an den Tag zu legen. Damit hat dann der Schutzengel vielleicht weniger zu tun, wenn ich sonst wieder schneller wäre, als er fliegen kann. Er schafft es zudem, mich zu 1000 Prozent zu motivieren und meine Konzentration von jetzt auf sofort zu aktivieren. Das hilft mir vor allem, wenn ich bei Fernsehdreharbeiten bin. Da wird oft aufgezeichnet, dann sind fünf bis zehn Minuten Pause, dann muss man wieder sofort voll da sein. Florian schafft es, das Beste aus mir herauszuholen.“
Hans Jörg Bachmeier (55),
Starkoch

Starkoch Hans Jörg Bachmeier

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