Zum Vatertag

Wie der Papa, so der Sohn: Münchner Väter erzählen

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Gil und Abi Ofarim sind nur eines von 9 Vater-und-Sohn-Gespannen, die uns erzählt haben, was sie verbindet. 

Auf geht’s zum Vatertag! Am Donnerstag, Christi Himmelfahrt, brechen Münchens Männer wieder auf, um ihren Tag zu feiern. Wir haben mit bekannten Vätern und Söhnen aus der Region gesprochen, die beruflich oder privat einen ähnlichen Weg eingeschlagen haben. 

München - Wie der Vater, so der Sohn: Was verbindet beide miteinander? Was können die Generationen voneinander lernen? Worin ähneln sie sich – und wofür schätzen sie sich? Lesen Sie die Bekenntnisse von neun Männern aus Kultur, Gastronomie und Wirtschaft.

Das Showbusiness hat es Wayne Carpendale (40) schon als kleiner Junge angetan, als er bei Vater Howard Carpendale (71) hinter der Bühne stand. „Menschen zu unterhalten ist sehr wichtig, sonst wäre das Leben trostlos“, sagt Howard. Zu Wayne, der in München lebt, hat er viel Kontakt. „Wir beraten einander und sind offen mit Kritik. Ich habe Wayne immer klar gemacht, dass bei Künstlern Glaubwürdigkeit das Allerwichtigste ist. Das hat funktioniert.“

Während Dokumentarfilmer und Megaherz-Geschäftsführer Franz Xaver Gernstl (66) über seine Söhne sagt „Sie sind meine besten Freunde,“ wissen die Söhne Oliver (27, li.), Megaherz-Geschäftsführer, und Jonas Gernstl (33), Dokumentarfilmer: „Wir haben ein ungewöhnlich gutes Verhältnis.“ Warum? „Weil der Papa einfach sehr offen ist und zuhören kann.“ Sein bester Rat: „Wenn du was machst, dann mach’s gscheid, schlechter wird’s von alleine.“

Sie sind sich heuer näher denn je: der Musiker Abi Ofarim (79) und sein Sohn Gil (34). Nach einer Lungenentzündung lag der Vater erst kürzlich sechs Wochen im künstlichen Koma, mittlerweile ist er auf dem Weg der Genesung. „Ich brauche keinen Feiertag, um zu wissen, was mein Vater mir wert ist und wie sehr ich ihn liebe“, sagt uns Gil. „Denn er ist für seine Kinder und Enkel 365 Tage im Jahr da. Wir sind dankbar, dass es ihn gibt und lieben ihn von Herzen. Von meinem Papa habe ich gelernt, immer nach vorne zu schauen und nicht zurück, immer Spuren im Sand zu hinterlassen und nicht bloß Staub und für meine Träume und Ziele zu kämpfen.“

Seinem Buben (3) und seiner Tochter (7 Monate) will Thomas Roiderer (39), Juniorwirt vom Hackerzelt auf der Wiesn und dem Gasthof zum Wildpark, das mitgeben, was ihn sein Vater Toni Roiderer (73) gelehrt hat: „Sie sollen das normale Leben kennenlernen und keine Starallüren haben. Ich arbeite überall mit, in der Küche, hinter der Ladentheke...“ Lachend fügt Thomas hinzu: „Die Figur hab ich aber zum Glück noch nicht vom Vater…“

Werner Schneyder (80, Autor, Kabarettist, Regisseur, Schauspieler, Boxmoderator etc.) über Sohn Achim: „Wir spielen beide Schach – und wir schreiben beide. Achim ist Journalist. Zudem haben wir eine ähnliche Einstellung zu Politik und Gesellschaft: Geld soll man nicht vermehren, wenn man es nicht konsumiert. Ich versuche also, etwas fürs Erbe beiseitezulegen, aber ich weiß nicht, ob’s mir wirklich gelingt. Achim lacht darüber. Wir teilen also auch einen ähnlichen Humor.“

Thorsten Otto (53), BR-Moderator und Autor: „Mein Sohn Nick ist fünf und ein echter Lausbub – ein waschechter Michel aus Lönneberga. Er klettert überall rauf und runter. Und wenn er irgendwo runterfällt, geht’s gleich wieder weiter. Außerdem redet er gern und viel. Er ist der Einzige, bei dem ich grundsätzlich in Diskussionen verliere. Weil er so hartnäckig ist und mich immer wieder mit seiner Fantasie überrascht.

Bereits in fünfter Generation führt Magnus Müller-Rischart (38) das traditionsreiche Münchner Unternehmen Rischart. Mit seinem Vater Gerhard Müller-Rischart (73) sitzt der Junior sogar in einem Büro: „Das geht, weil mein Vater offen ist und Entscheidungen stets demokratisch fällt. Sowohl mein Opa als auch mein Vater haben mich gelehrt, vor jedem Menschen Respekt zu haben. Ich schätze seine Disziplin, seine Ausdauer, aber auch seine Gelassenheit.“

Klaus Voormann (79), Bassist, „Fünfter Beatle“, Grafiker des „Revolver“-Albums, über Sohn Maximilian: „Ich habe das nie so gewollt, aber mein Sohn studiert Grafik und spielt Bass in der Band Monday Tramps. Maximilian ist heute 28. Seine größere Stärke liegt wohl in der Grafik, beim Bass ist er technisch noch nicht so weit. Wir sind uns in vielem ähnlich. Ich war von klein auf sehr disziplinert.“

Arbeit, Arbeit, Arbeit. Für die Staranwälte Florian (44) und Steffen Ufer (76), die in der selben Kanzlei in der Maximilianstraße arbeiten, sind echte Workaholics. „Ich bin vielleicht noch etwas schlimmer“, sagt Sohn Florian. „Aber wir gehen auch zusammen zu Bayernspielen in die Allianz Arena, und wir golfen.“ Und noch etwas eint die beiden Herren, deren Beruf oft sehr ernsthaft ist: „Wir haben beide den Schelm im Nacken und sind ein wenig Kind geblieben.“

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