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Zurück über den Dächern

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Von: Marc Kniepkamp

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Projekt KF1 Muenchen
c8cd634b-cc4d-42af-b977-d1b94ec27407.jpg © Hans-Rudolf Schulz

Zweieinhalb Jahre lang haben sie auf ihren Logenplatz mitten im Münchner Kreuzviertel verzichten müssen – jetzt dürfen sich die neubarocken Skulpturen auf dem Dach der Kardinal-Faulhaber-Straße 1 wieder wie vier Münchner im Himmel fühlen.

Als die Bayerische Hausbau hier mit den Bauarbeiten für das Luxushotel Rosewood begann, mussten die vier ihren Platz räumen und wurden bei einem Steinmetz eingelagert. Währenddessen blieb die historische Fassade zwar stehen, der Großteil des Gebäudes wurde aber abgerissen. Jetzt ist der Hotel-Neubau fast fertig, und die Figuren haben wieder einen sicheren Stand in luftiger Höhe.

Und so kamen sie auf der Ladefläche eines Lkw zurück. Eine Matratze sorgte für etwas Komfort – obwohl die Gäste des Hotels, das 2023 eröffnen soll, ihre Häupter sicher weicher betten werden – und Schutz vor Erschütterungen. Als die Figuren dann von einem Kran in eine Höhe von 22 Metern gehievt werden und an der Fassade entlang schweben, wirken sie beinahe schwerelos. Der Schein trügt: Jede der aus bayerischem Kalkstein gefertigten Skultpturen bringt ein stolzes Gewicht zwischen 1,6 und 1,8 Tonnen auf die Waage. Zusammen symbolisieren die vier übrigens das Bayernland: Die beiden weiblichen Figuren tragen ein Zahnrad als Zeichen für die Industrie, beziehungsweise eine Spindel und einen Bienenkorb, die für die Werte Tugend und Fleiß stehen. Die männliche Figur mit dem Pflug symbolisiert die Landwirtschaft, und die mit Paketen versehene Skulptur stellt Hermes dar, den Schutzpatron der Händler.

Das neue Rosewood-Hotel in den Räumen der ehemaligen Bayerischen Staatsbank – in denen zuletzt die Zwischennutzung „Lovelace“ daheim war – wagt den Brückenschlag zwischen Historischem und Modernem. Die Fassade blieb erhalten, ebenso einzelne unter Denkmalschutz stehende Bauteile wie das Treppenhaus und der prunkvolle Preysingsaal. Hinter der neubarocken Fassade entsteht bis 2023 ein moderner Neubau. Auf über 20 000 Quadratmetern soll dann ein Hotel mit 85 Zimmern und 47 Suiten eröffnen. Im Anschluss errichtet die Bayerische Hausbau zeitgleich in der Prannerstraße 4 das „Pranner“ mit Büroflächen auf rund 10 560 Quadratmetern.

Die Statuen auf einem Lkw.
Die Statuen auf einem Lkw. © Bayerische Hausbau BHG
Fast schwerelos: eine Statue auf dem Weg aufs Dach.
Fast schwerelos: eine Statue auf dem Weg aufs Dach. © Bayerische Hausbau BHG

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