Sie stehen stellvertretend für 6850 vermittelte Tiere

Zwei Geschichten erzählen den Weg vom Tierheim ins Glück

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Stefanie Kablau mit den Katzen Bounty und Oreo. 

München - Täglich stellt die tz auf ­ihrer Seite 3 ein Tierheim-Tier vor. Stellvertretend für ungefähr 6850 Tiere, die 2016 ein Zuhause bekommen haben, stellt die tz zwei Fälle vor. 

Riesiger Hund wird aus den Händen eines Schmugglers gerettet

Glücklich vereint: Die Familie Zill im ersten gemeinsamen Urlaub mit dem neuen Familienhund Oliver.

Eine zufällige Autobahnkontrolle der Polizei verband im Sommer das Leben des serbischen Hütehundes Oliver (2) mit der Zahnarztfamilie Zill aus Haar auf glückliche Weise. Dabei sah nach Glück zunächst gar nichts aus, als die Polizisten das traurige Bündel aus dem Auto eines Hundeschmugglers zogen. Fehlende Impfpapiere brachten dem reinrassigen Sarplaninac-Rüden eine lange Tollwut-Quarantäne im Münchner Tierheim ein. Doch dann hatte das Schicksal ein Einsehen. Im Juli suchten die Schwestern Patrizia (22) und Victoria Zill (21) nach einem neuen Familienmitglied. Und stießen im Tierheim auf Oliver: „Wir haben ihn zweimal dort besucht. Es passte einfach alles.“ 

Ende Juli zog der sanfte Riese nach Haar ins Haus von SPD-Gemeiderat und Zahnarzt Dr. Alexander Zill, seiner Frau Marion, der beiden Töchter und Sohn Christian (18). Dem riesigen Hund zuliebe fuhr die Familie heuer sogar mit zwei Autos in den Bretagne-Urlaub. Er hat es ihnen gedankt und hat sich zu einem prachtvollen Familienhund entwickelt, „der nur bellt, wenn es wichtig ist. Er ist anschmiegsam, lammfromm, kinderlieb und passt gut auf uns auf.“ Nur vor dunklen Gängen und Türen hat er Angst – eine Erinnerung aus schlechten Zeiten. Manchmal würde er gern unter den Familientisch kriechen. Aber das geht nicht: „Mit 80 Zentimetern Schulterhöhe würde er uns den glatt anheben.“

Hier schnurren die Kokos-Kätzchen

Wer schmiert Kätzchen absichtlich mit Kokosöl ein? Und warum eigentlich? Diese Fragen blieben bis heute ungeklärt – ebenso wie die Frage, wer die beiden Süßen samt ihrer Mutter Ende August an der Autobahn A 9 in einer Kiste aussetzte. Mittlerweile hat sich alles zum Guten gewendet: Bei Familie Kablau haben Bounty und Raffaelo im Oktober bereits ein neues Zuhause gefunden. „Unsere 19 Jahre alte Katze war im Frühjahr gestorben. Da sind wir ins Münchner Tierheim gegangen. Und klar: Das war Liebe auf den ersten Blick“, berichtet Stefanie Kablau, die mit ihrem Mann, dem Kraftfahrer Wolfgang Kablau, und den Kindern Leoni (9) und Lukas (6) in Poing lebt. Ein paar Wochen mussten die Kablaus noch warten: „Der Stress war zu viel gewesen. Die Kätzchen waren richtig krank.“ Doch seit Oktober ist die Familie komplett.

„Jetzt haben wir zwei lebhafte Kinder und zwei lebhafte Kätzchen, die alle zusammen auch so gern schmusen.“ Und auch die Katzenmutter fand ein neues Zuhause. Raffaelo haben die Kablau-Kinder übrigens in Oreo umgetauft – nach dem gleichnamigen Schwarz-Weiß-Keks, dessen Muster sein Gesichtchen ziert. Oreo bewachte vom ersten Tag an den kleinen Lukas: „Er liegt nachts immer vor seinem Bett und manchmal auch mittendrin.“

Lesen Sie die besten Tier-Geschichten auf unserer Überblicksseite

Bilder: So finden die Hellabrunn-Bewohner den Schnee

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