1. tz
  2. München
  3. Stadt

Zwei Jahre Haft für Radldieb

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

München - Es sollte ein lukrativer „Nebenjob" werden: Der Monteur Sebastian P. (24) reiste im Mai und Juli dieses Jahres zwei Mal zum Zweck des Fahrraddiebstahls aus Polen nach München, knackte an der Universität in Schwabing, beim Dantebad und an der Donnersbergerbrücke 18 zum Teil hochwertige Drahtesel und lieferte diese in seiner Heimat bei einem Transportunternehmer ab.

Bevor er den versprochenen Lohn von 50 bis 100 Euro pro Fahrrad kassieren konnte, wurde er freilich gefasst. Vor dem Amtsgericht hat er gestern die Diebstähle gestanden.

Die Polizei hatte am 5. Juli den Transporter seines Abnehmers in Nürnberg kontrolliert und mehrere gestohlene Fahrräder gefunden. Bei der anschließenden Telefonüberwachung stießen die Ermittler auch auf den Angeklagten. Im August wurde er festgenommen. Ein Bewegungsbild des Mobiltelefons bewies die Anwesenheit von Sebastian P. an den Tatorten, an mehreren gestohlenen Stahlrössern sowie an Packmaterial wurden zudem Finger- und Genspuren gefunden.

Dennoch bestritt der Monteur die Diebstähle zunächst: Er habe dem Transportunternehmer lediglich beim Verpacken von Fahrrädern geholfen. Dass die Räder gestohlen waren, habe er nicht geahnt, behauptete er. Unter dem Druck der vielen Indizien knickte Sebastian P. (Anwalt Sewarion Kirkitadse) dann aber doch ein und gestand.

Seinen Hehler, den Spediteur, kannte er von Automärkten in Polen. Er hat für ihn die Räder geklaut, „wie es kam“ – das wertvollste war ein Mountainbike für 2000 Euro. Der Abnehmer habe die Zweiräder „auf Flohmärkten verkauft“.

Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten wegen besonders schweren Diebstahls zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe. Zwar habe P. gestanden, aber zu den Mittätern – abgesehen von dem Spediteur – keinerlei Angaben gemacht, sagte die Vorsitzende Karin Jung. Der in Polen vorbestrafte Angeklagte sei zudem „kein Gelegenheitsdieb“, er habe „gezielt“ gestohlen und einen Gesamtschaden von rund 17 000 Euro angerichtet. Dass einige Drahtesel ihren Besitzern zurückgegeben werden konnten, „ist nicht das Verdienst des Angeklagten“.

sarah list

Auch interessant

Kommentare

Mehr zum Thema