Inge W. († 69) und Sampre († 29)

Zwei Morde - viele offene Fragen

Wer hat Inge W. (r.) getötet? Links im Bild ist der Abtransport des Leichnams von Sampre B. zu sehen.

München - Die Münchner Mordkommission ist nach wie vor auf der Suche nach dem Mörder von Inge W. In dem anderen Fall hat man zwar den Täter, dennoch stellen sich nach wie vor viele Fragen.

Witwe Inge W. († 69): Hinterließ der Täter Spuren?

Der Mörder läuft noch frei herum. Und das ist ein schlimmes Gefühl für alle, die Inge W. (69) kannten und schätzten. „Das macht schon ein bisschen Angst“, sagt eine Rentnerin, die gut mit dem Mord-Opfer befreundet war. Seit zwei Wochen fahndet die Münchner Mordkommission nach dem Witwen-Mörder vom Gärtnerplatz. Vermutlich am 8. Oktober – an diesem Tag wurde sie gegen 11.20 Uhr zum letzten Mal im Supermarkt gesehen – wurde Inge W. (69) in ihrer Wohnung in der Corneliusstraße 2 erschlagen und erwürgt. Zwei Tage später fand die Polizei ihre Leiche.

Da sämtliche Geldbeutel der vermögenden Witwe ausgeleert wurden, gehen die Ermittler von Raubmord aus. Inge Wittersheim hatte noch zu Lebzeiten ihres Ehemannes 100 000 Euro gewonnen. Das könnte auch den falschen Leuten zu Ohren gekommen sein. Ihre Wohnung wurde von der Spurensicherung akribisch untersucht. Dazu zählen auch DNA-Spuren. Eine abschließende Bewertung der Rechtsmedizin steht allerdings noch aus. Inge W. pflegte einen größeren Freundeskreis. Zunächst geht es nun also darum, fremde Spuren mit einer gewissen Tatrelevanz herauszufiltern.

Die Witwe mit den leuchtend roten Haaren war im Gärtner-und Glockenbachviertel bestens bekannt. Auch nach dem Krebstod ihres Mannes Karl im Juni 2011 ging Inge W. immer noch gerne unter die Leute – häufig auf den Viktualienmarkt oder auch in die umliegenden Cafès. Und einmal in der Woche traf sie sich mit Freundinnen zum Kegelabend.

Jacob Mell

Sampre B. († 29): Ihr Tod beschäftigt jetzt den Landtag

Im Juni verhängte das Familiengericht ein offizielles Kontaktverbot. Taifoun A. (33) scherte sich einen Dreck darum. Mindestens zwei Mal randaliert er danach in der Wohnung seiner Ex-Frau Sampre B. (29), droht ihr sogar Säure ins Gesicht zu schütten. Keine zwei Wochen vor der letzten tödllichen Attacke warnt ihn die Polizei vor weiteren Übergriffen. Am 14. Oktober schließlich ersticht der Küchenhelfer die Mutter seiner Söhne (6 und 8 Jahre) in der Reginfriedstraße (Obergiesing) und sitzt seitdem in U-Haft.

Nun wird das Familiendrama ein Thema im Landtag. Der Giesinger Abgeordnete Florian von Brunn (SPD) hat neun „drängende Fragen“ an die Staatsregierung verschickt, Darin dreht sich alles um die Frage, wieso der offensichtlich unbelehrbare Stalker seiner Frau so lange ungehindert nachstellen konnte und ob der Mord nicht im Vorfeld hätte verhindert werden können.

Zudem will Florian von Brunn wissen, wie die Frau beraten wurde und welche Schutzmaßnahmen konkret getroffen wurden. Allerdings hatte Sampre B. Anzeigen wieder zurückgezogen bzw. Aussagen verweigert. Juristisch waren Polizei und Justiz die Hände angeblich gebunden. Doch schloss Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch nicht aus, dass die Situation möglicherweise falsch eingeschätzt wurde.

Dorita Plange

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