Zwei Münchner Forscher erklären in der tz: Das ist das Geheimnis des wahren Glücks

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Marienkäfer werden auch als Glückskäfer bezeichnet.

Stellen Sie sich vor: Sie gewinnen fünf Millionen Euro im Lotto, haben eine Figur wie Claudia Schiffer (oder Brad Pitt) und machen in Ihrem Traumberuf richtig Karriere.

Sie denken, dann wären Sie glücklicher als heute? Weit gefehlt!

Seit Jahrzehnten beschäftigen sich Forscher mit der Frage, was uns glücklich macht. Mit verblüffenden Ergebnissen! Die tz hat sich mit zwei Experten aus München, dem Glücksforscher Bernd Hornung und dem Arzt und Psychotherapeuten Dr. Nico Niedermeier, auf die Suche nach dem Glück gemacht. Geld: Viele Menschen meinen, je mehr Geld sie haben, desto glücklicher sind sie. Falsch! „Nur bei sehr armen Menschen gibt es einen Zusammenhang zwischen Geld und Glück“, erklärt Glücksforscher Bernd Hornung. Sobald eine gewisse Grundversorgung gewährleistet ist, hat Geld keine Auswirkungen mehr. Der Grund: Wir gewöhnen uns zu schnell an das, was wir haben.Alter: Je jünger, desto glücklicher? Von wegen! Mit dem Älterwerden nehmen auch unser Glück und Wohlbefinden zu. „Die glücklichsten Menschen sind die 65- bis 70-Jährigen – sie haben die meiste Lebenserfahrung“, sagt Glücksforscher Bernd Hornung. Genetik: Ein Großteil der Fähigkeit, Glück zu erleben, ist vererbt – Forscher gehen von einer 50-prozentigen Erblichkeit aus. Psychotherapeut Niedermeier: „Nicht jeder Mensch kann gleich glücklich werden. Allerdings können wir innerhalb eines gewissen Spielraums Einfluss auf unser Glück nehmen.“Aussehen: Entgegen der weit verbreiteten Meinung hat Schönheit keinen Einfluss auf unser Wohlbefinden. „Allerdings haben glückliche Menschen häufig eine tolle Ausstrahlung, wirken deshalb attraktiver“, erklärt Glücksforscher Hornung. Heiraten: Heiraten macht uns im Schnitt nicht dauerhaft glücklicher: Studien zufolge ist nach einer Hochzeit nur etwa ein Drittel der Menschen glücklicher als zuvor. Trotzdem spielen soziale Beziehungen eine große Rolle. Psychotherapeut Niedermeier: „Freunde und Familie geben uns Trost und Geborgenheit – das sind Grundvorraussetzungen, um glücklich zu sein.“ Ebenfalls wichtig: Intimität und Sexualität. Persönlichkeit: Extravertierte und aufgeschlossene Menschen sind im Schnitt glücklicher als introvertierte, zurückhaltende Menschen. Glücksforscher Hornung: „Extravertierte Menschen sind empfindlicher für Belohnungsanreize, suchen häufiger Situationen auf, die glücklich machen.“

Tipps zum Glücklichsein:

Sie möchten glücklicher werden? Diese einfachen Tipps sorgen für mehr Wohlfühl-Stimmung im Alltag:

Setzen Sie sich jeden Tag kleine realistische Ziele. So werden Sie täglich aufs Neue angespornt und haben mehr Erfolgserlebnisse.

Pflegen Sie Ihre Freundschaften und

familiären Beziehungen. Je stabiler und intensiver der Kontakt zu anderen Menschen ist, desto glücklicher sind wir!

Halten Sie sich in Bewegung. Dann haben Stresshormone keine Chance. Drei Mal die Woche eine halbe Stunde Sport genügen völlig!

Genießen Sie den Alltag. Gehen Sie ins Theater, mit Freunden essen oder lesen Sie ein gutes Buch. Ohne schlechtes Gewissen!

Entspannen Sie sich. Gönnen Sie sich auch an einem stressigen Arbeitstag mal fünf Minuten Pause, beginnen Sie mit Entspannungsverfahren wie Yoga oder Autogenem Training.

Versuchen Sie, realistisch zu bleiben. Sich ständig mit anderen zu vergleichen und negativ zu denken (z.B. „Das schaffe ich nie!“) sind der beste Weg zum Unglücklich sein. Notfalls hilft eine Beratung oder Psychotherapie.

Achten Sie auf Kleinigkeiten. Grüßen Sie Ihren Nachbarn, bedanken Sie sich, wenn Ihnen jemand die Tür aufhält. Das macht die Anderen glücklich – und Sie auch.

Schwelgen Sie in schönen Erinnerungen. Wenn Sie abends im Bett liegen, lassen Sie die schönen Ereignisse des Tages noch mal Revue passieren.

Leben Sie bewusster. Das riesige Angebot im Supermarkt, zahllose Fernsehprogramme – wir leben in einer Welt voller Reizüberflutung. Versuchen Sie, auch kleine Entscheidungen bewusst zu treffen, z.B. welchen Kaffee Sie morgens trinken.

Quelle: tz

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