Ab Juni im Bahnhofsviertel

Neues Wirtshaus: Münchner Paar braut eigenes Bier

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Durstiges Duo: Kristina und Ninja Höfler (r.) lassen sich auch selbst gern mal ein Bier schmecken.

München - In der Schillerstraße eröffnet im Sommer ein Wirtshaus, in dem zwei Münchnerinnen ihr eigenes Bier brauen werden. Hier gibt es die ersten Eindrücke vom Schiller Bräu.

Ein bayerisches Wirtshaus in München - das klingt zunächst ziemlich gewöhnlich. Doch im Schiller Bräu soll vor den Augen der Gäste das gleichnamige Bier gebraut werden. Zudem eröffnet das Wirtshaus ausgerechnet im Bahnhofsviertel - dort, wo sonst Stripbars, Dönerimbisse und Gemüsemärkte zu finden sind. Die Pächterinnen: zwei Frauen.

Kristina und Ninja Höfler, beide 31, beide gelernte Hotelfachfrauen, wagen sich ins Multikulti-Viertel. Mit eigenem Wirtshaus plus Brauerei geht für das junge Ehepaar ein Traum in Erfüllung. Kristina sagt: „Wir versuchen unseren Teil dazu beizutragen, dass die Gegend hier schöner wird.“

Hier wird gebraut: Die Tanks stehen schon in den Räumlichkeiten.

Gastraum soll mehr als 100 Plätze haben

Im Erdgeschoss an der Schillerstraße 23 (daher der Name „Schiller Bräu“) ist schon der Kupfer-Sudkessel eingezogen. Noch ist er verpackt. Das schöne Stück soll nicht verkratzen, bevor die ersten Gäste kommen. Im künftigen Gastraum, der mehr als 100 Plätze haben soll, wird derzeit fleißig gewerkelt. Ebenso im Keller, wo noch einmal weitere 60 Plätze hinzukommen.

Im Gastraum wird Brauer Julian Lindner das eigens entwickelte Bier abfüllen. Nach traditioneller Rezeptur. Naturtrüb und unfiltriert. Helles, Dunkles, Weißbier - und Scheps. „Eine tolle Alternative zu Radler“, erklärt Ninja. Ein leichtes Helles, 2,4 Prozent Alkohol soll es haben. „Das hat man früher für die Feldarbeiter gebraut, weil es nahrhaft ist, aber nicht gleich betrunken macht.“ Wenn das „Schiller Bräu“ eröffnet, voraussichtlich Ende Juni, soll es ein helles Bockbier geben. Danach ständig wechselnd ein Monatsbier, am Anfang ein Sommerweizen. Was als nächstes ansteht, können die Gäste von einem Bierkalender ablesen. Zum Bier soll es bayerische Küche mit Pep geben.

Hier braut sich was zusammen: In der Schillerstraße 23 wird gerade gebaut.

Heimatgefühle im Bahnhofsviertel

Mehrere Millionen fließen in das Projekt. Geldgeber ist die Familie Lindner aus Niederbayern, der unter anderem das Schlossbräu Mariakirchen gehört sowie die mk-Hotelkette. Kristina Höfler arbeitet seit mehr als zehn Jahren für die Familie, man legte das Projekt vertrauensvoll in ihre Hände. Die 31-Jährige fühlt sich im Bahnhofsviertel bereits daheim. „Wir waren jetzt schon zu jeder Tages- und Nachtzeit hier und es hat uns noch nie jemand blöd angeredet - im Gegenteil, man grüßt sich schon mit den Nachbarn.“

Das Wirtshaus ist noch Baustelle, aber das „Schiller Bräu“-Logo schon fertig. Die Bavaria schmückt es. „Sie steht für starke Frauen in Bayern“, sagt Kristina Höfler und lächelt ihre Frau Ninja an.

Janina Ventker

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