Zwei Verfahren kurz vor dem Ende

Zwei Sex-Prozesse vor Gericht

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Am Landgericht verdeckte Wolfgang W. (52) sein Gesicht. Er wurde verurteilt – und weggesperrt.

München - Wolfgang W. (52) nötigte zwei Liebesdamen – und muss dafür nun in den Knast. Manuel C. (30) hatte Sex am Südfriedhof. Laut Anklage gegen den Willen von Susanne K. Alle Details:

Männer, die Frauen schlecht behandeln? Das kommt (leider) immer wieder vor. Vor Gericht landen die Fälle meist erst dann, wenn auch Gewalt im Spiel ist.

Er muss drei Jahre ins Gefängnis

Er suchte die schnelle Nummer im Internet, lud sich Liebesdamen in seine Laimer Wohnung ein. Dort hat Wolfgang W. (52) aber nicht nur Geschlechtsverkehr mit ihnen gehabt, sondern die Frauen auch sexuell genötigt. Deshalb verurteilte ihn das Landgericht am Freitag zu drei Jahren Haft! „Wenn man Ihre Vorstrafen anschaut, ist eine Neigung zu sexuellen Straftaten unverkennbar“, sagte Richter Thomas Hense. Er ordnete auch die Sicherheitsverwahrung an. Im Klartext: Wolfgang W. wird weggesperrt – er gilt als gemeingefährlich.

„Ihre Opfer wurden durch den Vorfall schwer mitgenommen, auch wenn keine Körperverletzung vorliegt“, begründete der Richter. Gewaltsame Handlung konnten, wie er ausführte, dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden. Dennoch war Hense überzeugt davon, dass Wolfgang W. die beiden Frauen an zwei Abenden im April 2014 nicht gehen ließ und zwang, bei ihm zu bleiben, um Sex zu haben. „Wir gehen davon aus, dass es eine spontane Handlung war.“ Wieder einmal! Denn Wolfgang W. ist einschlägig vorbestraft.

Beide Liebesdamen hatten auch im Zeugenstand ausgesagt – ihre Version hielt das Landgericht für „absolut glaubwürdig“, obwohl sie zur Tatzeit 1,5 Promille im Blut hatten. Wolfgang W. aber zwang sie zum Sex – sie konnten sich kaum wehren. Dafür muss er nun ins Gefängnis!

Manuel C. drohen zwölf Jahre Haft

In Handschellen wird Manuel C. (30) in den Gerichtssaal geführt.

Ist er ein brutaler Sex-Täter? Seit dem 12. Januar läuft am Landgericht der Prozess gegen Manuel C. (30) – er soll am 30. März 2013 die damals erst 17-jährige Susanne K. am Alten Südfriedhof vergewaltigt haben, streitet aber alles ab. „Der Sex war einvernehmlich“, behauptet der bereits vorbestrafte Vergewaltiger.

Tatort Südfriedhof: An dieser Parkbank sprach C. die Jugendliche an.

Ihn sieht Staatsanwalt Georg Decker aber als Wiederholungstäter und forderte in seinem Plädoyer am Freitag zwölf Jahre Haft – bei 15 Jahren liegt die Maximalstrafe. Anschließend soll C. in Sicherungsverwahrung bleiben. Ein Gutachter müsste nach Ablauf der Haft entscheiden, ob C. jemals wieder in Gesellschaft leben darf. „Sie haben das Mädchen unvermittelt auf den Boden gedrückt und dort fixiert“, führte Decker aus. „Sie lag mit dem Rücken auf dem Grabstein.“ Danach sei es zum unfreiwilligen Geschlechtsverkehr gekommen.

Verteidigerin Martina Meis glaubt das nicht. Ihrem Plädoyer zufolge kann die Tat nicht bewiesen werden. „Ich fordere Freispruch.“ Urteil am 9. März.

Andreas Thieme

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