Zwei Sieger wollen Mut machen

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OB Christian Ude

München - "Pep Talk" nennt man im amerikanischen Mannschaftssport die aufmunternden Ansagen der Teamkapitäne vor dem Spiel, und dieser Ausdruck passt auch zum Münchner SPD-Parteitag.

Olaf Scholz

Er passt genau auf die Motivationsansagen der sozialdemokratischen Siegertypen Olaf Scholz und Christian Ude beim Parteitag der Münchner SPD. Der 52-jährige Scholz, seit seinem Wahlerfolg in Hamburg neuer Hoffnungsträger der Partei, und der Münchner Rekordoberbürgermeister Ude (63) riefen die Genossen zu mehr Selbstbewusstsein auf. „Wenn uns das nicht gelingt, findet auch die Kommunalwahl 2014 unter völlig falschen und unerträglichen Vorzeichen statt.“ Derzeit werde die SPD fast schon totgesagt, sie komme in der öffentlichen Darstellung der Parteien oft gar nicht mehr vor. Olaf Scholz sei leuchtendes dafür, „dass wir in allen Städten um Platz 1 kämpfen und in vielen gewinnen. Ein ermutigendes Comeback!“

Während „der größte Erfolg der schwarz-gelben Bundesregierung die Rücknahme der Fehlentscheidung Laufzeitverlängerung für Akw“ sei, könne die SPD auf einen mehr als 25 Jahre währenden Kampf gegen Atomkraft verweisen. Mindestens ebenso lange setze man sich für Kinderbetreuung ein, lange vor allen anderen Parteien. In München sei es nur die SPD, die sich bei wichtigen Stadtthemen geschlossen zeige, der zweiten S-Bahnstammstrecke etwa. Dass die städtischen Unternehmen der Daseinsvorsorge in kommunaler Hand geblieben sind, sei auch der SPD zu verdanken. Ude warnte die Genossen davor, das Verfahren um seine Nachfolge zu beschleunigen – der Parteitag beschloss später, die Frage eines Mitgliederentscheids zur Kandidatenfrage erst im Herbst zu behandeln. Ein abschreckendes Beispiel sei „das Schicksal von Seppi Schmid, der schon fünf Jahre als Kandidat auf dem Buckel hat, ohne einen einzigen Funken geschlagen zu haben. Da sind den CSU-Wählern doch schon die Füße eingeschlafen“. Ude nannte Schmid „den Prinz Charles der Münchner Kommunalpolitik“.

OB Ude ganz oben: Ungewöhnliche Bilder

Strec

Olaf Scholz schärfte den Genossen ein, die SPD müsse den ihr eigenen Pragmatismus nutzen: Die Bürger wüssten, „was wir anpacken, wird klappen und funktioniert.“ Außerdem setze sich die SPD als einzige Partei für Arbeit und Arbeitende ein, das beinhalte die ganze Palette von Wirtschafts- bis zur Bildungspolitik. Scholz: „Wir sind eine Volkspartei, diesen Gedanken müssen wir in die Zukunft übersetzen.“

Barbara Wimmer

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