Wie zwei Spitzenpolitiker ihre Pfunde verlieren

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Bei Alexander Dobrindt (li.) und Josef Schmid (beide CSU) purzeln die Pfunde.

München - Die CSU nimmt ab – aber diesmal nicht bei den Prozenten, da hat die Partei in der Weihnachtszeit sogar das eine oder andere Pölsterchen zugelegt.

Jetzt sind die Pfunde gepurzelt – und das im Advent! Gleich zwei Spitzenpolitiker in Stadt und Freistaat haben in den vergangenen Wochen ordentlich abgespeckt. Generalsekretär Alexander Do­brindt ist fast nicht wiederzuerkennen: 19 Kilo sind seit Sommer runter! Etwas weniger sind es bei OB-Kandidat und Rathaus-Fraktionschef Josef Schmid – dafür in kürzerer Zeit. In der tz verraten beide, wie sie das geschafft haben.

Mit Salat zur Talkshow-Figur

Vor einem halben Jahr saß CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt vorm Fernseher, um eine Talkshow anzusehen, bei der er dabei war: „Da bin ich über mein Aussehen selbst erschrocken: Auf dem Bildschirm wirkt man ja noch einmal deutlich breiter, als man sich selber fühlt. Und da war für mich klar: Ich muss was ändern – damit ich mich selber wieder sehen kann, wenn ich bei Jauch oder Illner sitze.“

Und Dobrindt hat es geschafft: In den letzten sechs Monaten nahm der 41-Jährige über 19 Kilo ab! „Bei einer Größe von 1,80 Meter habe ich 96 Kilo gewogen. Mein Ziel waren 77 Kilo – das habe ich jetzt erreicht.“

Bei der Dobrindt-Diät muss man nicht einmal auf Schmankerl verzichten. „Es kommt auf die Tageszeit und die Menge an: Es schadet nichts, den Vormittag mit einer Weißwurst und einer Breze zu beginnen. Aber: Eine Weißwurst muss reichen, die zweite muss man sich verkneifen. Und Abends sollte man Kohlenhydrate meiden.“

Alexander Dobrindt hat seit Juli 19 Kilo verloren.

Schwierig war es für den Schoko- und Gummibären-Fan, allen Versuchungen zu widerstehen. Da hilft ein Psychotrick: „Früher habe ich mich gefreut, wenn ich nach dem ersten Stückerl Kuchen noch ein zweites essen durfte. Die echte Kunst ist aber, sich genauso darüber zu freuen, wenn ich ein Packerl Gummibärchen, das vor mir liegt, nicht esse.“ Zu einer Bayern-Diät gehört natürlich Bier – allerdings nicht mehr an Werktagen: „Am Wochenende gibt’s ein Weißbier. Aber ein alkoholfreies, das hat weniger Kalorien.“

Mit Hochleistungssport wie einst der Marathon-Grüne Joschka Fischer muss sich Dobrindt bei nicht quälen: „Regelmäßig Sport krieg ich mit meinem stressigen Politikerberuf leider nicht hin. Aber ab und zu die Bergschuhe anziehen und ein paar Höhenmeter in den Ammergauer Alpen machen – das braucht man nicht nur, um das Gewicht zu halten, sondern auch für das seelische Gleichgewicht.“ Trotzdem bewegt sich der 41-Jährige mehr als früher: „Aufzüge meiden, Treppen steigen – mit ganz einfachen Mitteln lässt sich schon etwas bewirken.“

Das Motto für 2012 lautet: „Stabilität! Das gilt in der Politik wie beim Gewicht.“ Zu schmächtig darf ein Mann nicht sein, schließlich sind zu Zeiten eines Franz Josef Strauß noch die „Handtücher“ ausgelacht worden. „Als Politiker darf man nie so viel Gewicht verlieren, dass die Gefahr besteht, durch den Rost zu fallen.“

Jojo-Josef und die F.-X.-Mayr-Kur

Diese verflixten Pfunde! Vor der letzten OB-Wahl 2008 brachte CSU-Kandidat Josef Schmid noch 90 Kilo auf die Waage. Danach nährten die Niederlage und der stete Kampf gegen die politische Mehrheit im Rathaus das Gewicht des Metzgerssohnes aus Allach. Plötzlich brachte der Rechtsanwalt und zweifache Vater 95 Kilo auf die Waage! Schmid versprach in der tz Abhilfe, fünf Kilo wollte er abspecken. Mit FDH schaffte er es immerhin auf 92 Kilo.

Jetzt wuchsen die Fettpölsterchen wieder: „Es ist zum Davonlaufen: Als Rechtsanwalt und Politiker hetzt man von einem Arbeitsessen zum anderen, man isst zu viel, zu schnell und zu spät.“ Nach der Wiesn schlug Schmids Waage heuer Alarm: 97 Kilo! Die magische 100-Kilo-Grenze war nicht mehr weit. „Es musste was passieren.“ Doch alle Trennkost war vergeblich. Schmid: „Wer isst schon gerne Schweinebraten ohne Knödel oder Knödel ohne Schweinebraten!“ Die Nadel schien bei 97 Kilo angeklebt zu sein!

Josef Schmid hat seit November schon acht Kilo abgespeckt.

„Da erzählte mir ein Freund von einer Wunderkur in Vorarlberg: die F.-X.-Mayr-Kur. Schweren Herzens eiste ich mich im November für eine Woche von meiner Familie los“, erzählt Schmid. Das Programm des österreichischen Arztes Franz Xaver Mayr (1875–1965): Bittersalz vor Frühgymnastik, eine trockene Semmel (die berüchtigte F.-X.-Mayr-Semmel), dazu höchstens etwas Putenschinken und alles 30-mal kauen vor dem Schlucken. Dazu Milch, die gelöffelt werden muss! Schmid: „Man lernt, nicht mehr so gedankenlos herunterzuschlingen.“

Auch Bewegung gehört dazu: „Dreimal am Tag ging’s bergauf, bergab im flotten Schritt.“ Mittags gab es Dinkelnudeln, Gemüse oder ein Pastinaken-Soufflé, abends Tee. „Und dann dreimal am Tag Basenpulver sowie Bauchmassagen, die eine Entschlackung unterstützen.“

Der Erfolg war durchschlagend: „Ich nahm vier Kilo ab. Zu Hause nahm ich in den vier Wochen da­rauf noch mal vier Kilo ab.“ Wie er das Gewicht hält? „Es gibt nur noch einen statt zwei Knödel zum Schweinebraten.“ Am liebsten macht Schmid jetzt Termine, bei denen es Fingerfood gibt. „Da merkt es keiner, wenn ich nicht so viel esse.“

Johannes Welte/Klaus Rimpel

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