Liederabend für den Verein „Lebensmut“ großer Erfolg

Zwei Stunden pure Freude

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Verleger Dr. Dirk Ippen mit Fürstin Inge Wrede-Lanz und deren Schwester Ilse Corsten.

München - Dieser Hüftschwung, diese machohafte Geste, dieser verträumt-arrogante Augenaufschlag.

Und dazu der Hit von Dean Martin: „When the moon hits your eye like a big pizza pie/That’s amore ...“ Bernd Blaschke, Regie-Student der Otto-Falckenberg-Schule, hatte die Damen im Publikum voll im Griff. Aber nicht nur er: Auch seine Kolleginnen und Kollegen, ebenfalls Schauspielschüler, sangen und schnipsten so wundervoll, dass ein jeder seine helle Freude hatte – zwei volle Stunden lang.

So brachten insgesamt sieben jungen Talente mit ihren Liedern Freude in eine Veranstaltung, die einen traurigen Hintergrund hat. Denn der Auftritt war ein Geschenk: an den Verein Lebensmut – Leben mit Krebs, der am Münchner Klinikum Großhadern Krebskranken hilft. Zum neunten Mal hatte der Verein ins Pressehaus Bayerstraße zu einem Abend geladen, rund 100 Gäste, die Lebensmut unterstützen, waren gekommen und ließen sich verzaubern. Marlene Ippen, Lebensmut-Vizevorsitzende und Gattin von Verleger Dirk Ippen, brachte es auf den Punkt. „Man kann richtig süchtig werden nach diesen Liedern“, sagte sie und bedankte sich für die Darbietung. 15 000 Euro waren durch Spenden der Gäste zusammengekommen – das zweitbeste Ergebnis seit dem Start der Lebensmut-Abende im April 2005.

Das Geld fließt dieses Mal in das neue Projekt „Kindersprechstunde“ der Psycho-Krebsheilkunde am Klinikum Großhadern, wie die Vereins-vorsitzende Barbara Albert erklärte. Dort finden Kinder und Eltern, in deren Familien ein Elternteil an Krebs erkrankt ist, Rat, Hilfe und Therapieangebote. Mit den neuen Spenden kann nun die Stelle einer Psychotherapeutin mehrere Monate lang finanziert werden.

Die Gäste des Liederabends waren begeistert. „Ich bin hingerissen“, sagte Fürstin Inge von Wrede-Lanz. „Jeder singt auf seine eigene Weise super.“ Sie selbst singe nicht: „Meine Tochter hat sogar Gesangsstunden – mir hat sie das Singen verboten“, erzählte sie lachend. Manfred Bischoff, Daimler-Aufsichtsratschef, fand die Darbietungen „sehr erfrischend“. Er selbst würde gern singen, wenn er es könnte, sagte er, da fiel ihm lachend seine Frau ins Wort: „Tust du doch! Mit mir am Klavier, sonst würdest du ja ständig rauskommen.“

Auch Petra Wössner, die mit ihrem Ehemann, dem früheren Bertelsmann-Manager Frank Wössner, gekommen war, fand die Lieder „entzückend“. Sie selbst singe normalerweise nicht, könne aber alle Weihnachtslieder auswendig. Dagegen bedeutet Winfried Zehetmeier – Maler, Altphilologe, früherer Münchner Bürgermeister und Lehrer – die Musik sehr viel: „Ich habe mein ganzes Leben lang gesungen“ – auch als Bass-Solist im Kirchenchor. Heute Abend sei es schön zu sehen, „was die Jugend macht“.

Und die machte es toll. Als ganz zum Schluss, nach einer weinseligen Zugabe, bei Capri die rote Sonne im Meer versank, da sangen sogar ein paar Gäste mit. Denn, wie wusste schon Charlie Chaplin: „Das Leben ist ein Theaterstück ohne vorherige Theaterproben.“

C. Ulrich

Quelle: tz

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