Erpresser macht Fehler - Jetzt muss er in Haft

Frankfurt - Ein 26-jähriger Student drohte damit, Angehörige der Industriellenfamilie Quandt umbringen zu lassen. Dann machte er einen Fehler. Jetzt muss er in den Knast.

Er forderte Millionen und bedrohte die Industriellenfamilie Quandt mit dem Tod: Wegen dieser Erpressung ist ein 26 Jahre alter Student vom Frankfurter Amtsgericht zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann räumte am Donnerstag ein, im März dieses Jahres von der Johanna-Quandt-Stiftung sechs Millionen Euro gefordert zu haben. Bekäme er das Geld nicht innerhalb von zwei Tagen, würden Scharfschützen vor dem Anwesen der Bad Homburger Familie postiert und Angehörige getötet. Auch im Werk des zum Quandt-Imperium gehörenden Automobilherstellers BMW werde es Tote geben, hatte der Student aus Nordrhein-Westfalen gedroht.

Bevor es zu einer Geldübergabe kommen konnte, wurde der 26-Jährige aber festgenommen. Er hatte sein Mobiltelefon, von dem mehrere Erpresseranrufe abgingen, nicht ausgeschaltet und konnte deshalb geortet werden. Beamte schnappten ihn in einem Darmstädter Restaurant. Vor Gericht beteuerte der Angeklagte, er habe niemandem etwas Böses antun, sondern “nur mal etwas ausprobieren wollen“. Er habe auch nie damit gerechnet, dass tatsächlich gezahlt werde, sagte er und entschuldigte sich.

Das Gericht folgt mit seinem Urteil der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung gefordert hatte. Die Verteidigung hatte auf eine Bewährungschance für den 26-Jährigen gehofft. Eine Haftstrafe müsse es aber sein, befand Amtsrichter Ulrich Biernath: “Es ist ein ganz massives Vorgehen, eine ganze Familie mit dem Tod zu bedrohen und derart viel Geld zu fordern.“ Der Angeklagte habe “hohe kriminelle Energie“ an den Tag gelegt. Etwa dadurch, dass er sich im Internet umfassend über die Quandts als eine der reichsten Familien in Deutschland informiert habe. Er sei bei seiner Tat zudem “wohlüberlegt und zielgerichtet“ vorgegangen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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