Zweirad-Offensive: Vorfahrt für die Radler!

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In der Rosenheimer Straße endet der Radweg abrupt – hier starb voriges Jahr eine Radlerin.

München - Radeln wird immer beliebter. Aber der Platz auf den Radwegen wird immer enger - und die Konflikte zwischen Radlern, Autofahrern und Fußgängern nehmen zu. Nun starten Stadt und Polizei eine Zweirad-Offensive.

Radeln wird immer beliebter. Das sorgt dafür, dass der Platz auf den Radwegen immer enger wird und die Konflikte zwischen Radlern, Autofahrern und Fußgängern zunehmen. Das KVR öffnet darum immer Einbahnstraßen für Radler in beide Richtungen und hebt die Radwegbenutzungspflicht an vielen Straßen auf. Die Polizei will neben den Radlern heuer auch Autofahrer und Fußgänger an den Radwegen kontrollieren.

Da die Stadt die Radwege nicht endlos ausbauen kann, prüft das KVR, wo man der Radlern mehr Platz auf der Straße geben kann. So hat das KVR schon auf 39 Radwegen die Benutzungspflicht aufgehoben, vor allem in der Altstadt, in Laim, der Maxvorstadt und Schwabing. Heuer sollen welche in Au-Haidhausen folgen. Damit die Autofahrer wissen, dass sie auf der Straße trotz Radweg mit Bikern rechnen müssen, werden heuer Schilder getestet, die die Autofahrer warnen. Die ersten davon stehen in der Goethe- und der Ottobrunner Straße. KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle sagt: „Laut Unfallstatistik und Aussagen vieler Experten ist es für Radler auf der Straße sicherer, als auf kleinen Radwegen mit schwer einsehbaren Ein- und Ausfahrten und Einmündungen.“

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Auch in Einbahnstraßen dürfen die Radler immer öfter gegen die Fahrtrichtung strampeln. 282 Straßen mit dem weißblauen Pfeil sind schon in beide Richtungen offen, das sind 40 Prozent. Weitere zehn Prozent sollen noch folgen. Außerdem plant das KVR mehr Radstreifen und Schutzstreifen auf der Straße, heuer sollen sie in der Potsdamer und Dietlinden-, Alte Riem- und Leonrodstraße markiert werden. Auch Kreuzungen werden verbessert, etwa an der Brienner Straße. Zudem sind 18 weitere Fahrradstraßen geplant, etwa in der Holledauer-, Meindl- und der Adalbertstraße.

Die Polizei will ab 6. Mai drei Wochen lang schwerpunktmäßig Autofahrer und Fußgänger kontrollieren, die Radler gefährden. Im Juli werden dann drei Wochen lang gezielt die Radler kontrolliert. Das kündigte am Freitag Polizei-Vizepräsident Robert Kopp an.

Radler-Unfälle in Zahlen

Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern stieg 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 21,2 Prozent (absolut: 2978). Dabei wurden 2680 Radler verletzt, ein Plus von 23 Prozent. Es gab drei Tote. 1708 Crashs wurde von Fahrradfahrern ganz oder teilweise selbst verursacht. 200 der von Radlern verursachten Unfälle sind auf falsche Straßenbenutzung zurückzuführen, 179 auf Missachtung der Vorfahrt und 135 auf Alkoholeinwirkung. Die Stadt registriert seit 2008 beim Radverkehr einen Zuwachs um 28 Prozent, seit 2002 sogar um 74 Prozent. Derzeit beträgt der Verkehrsanteil in der Stadt 17 Prozent aller zurückgelegten Strecken.

Von Johannes Welte

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