Zweite S-Bahn-Strecke beschäftigt erneut Gericht

München - Der Streit um die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München beschäftigt erneut den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH). Prominente Anwohner klagen wegen der befüchteter Lärmbelästigung.

Mehrere prominente Anlieger haben bereits wegen der befürchteten Lärmbelästungen beim Bau geklagt. An diesem Mittwoch geht es um die Klage einer Immobiliengesellschaft, zu deren Mietern unter anderem eine Bank am renommierten Promenadeplatz gehört und die während der mehrjährigen Bauzeit unzumutbare Erschütterungen befürchtet. Mit einer Entscheidung ist am Mittwoch nicht zu rechnen. Einer VGH-Sprecherin zufolge sind zahlreiche weitere Klagen eingegangen.

Der VGH hat das Eisenbahn-Bundesamt bereits in mehreren vor einer Woche bekanntgegebenen Urteilen verpflichtet, den Lärmschutz beim Bau der Strecke noch einmal zu überprüfen. Die Richter gaben Ladenbesitzern am Marienhof in der Innenstadt teilweise recht, unter ihnen dem Feinkosthaus Dallmayr und Albert Prinz von Thurn und Taxis. Das Eisenbahn-Bundesamt soll demnach seinen Planfeststellungsbeschluss vom 24. August 2009 mit einem Konzept für aktiven Lärmschutz etwa mit höheren Schallschutzwänden nachbessern.

Auch passive Schallschutzmaßnahmen wie Schallschutzfenster für Büros und Arztpraxen müssen geprüft werden. Falls dadurch nicht ausreichend Abhilfe geschaffen werden kann, sollen die Anlieger finanziell entschädigt werden. Die Kläger argumentieren, ihnen und ihren Kunden könnten nicht über einen Zeitraum von sechs bis sieben Jahren Lärm, Staub und Schadstoffe zugemutet werden. Die Bauzeit überschreite das Maß des Zumutbaren. Die zweite S-Bahn-Stammstrecke soll die bestehende, völlig überlastete Strecke in der Innenstadt von der Hackerbrücke bis zum Ostbahnhof verstärken.

dpa

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