LKA im Einsatz: Verdächtiges Auto in Berlin entdeckt

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Zweite Stammstrecke: Der Aufstand am Marienhof

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Hier auf dem Marienhof soll eine Riesenbaustelle entstehen.

München - Die geplante Mega-Baustelle am Marienhof für die zweite S-Bahn Stammstrecke sorgt für gewaltigen Wirbel.

Wie die tz berichtete, klagen Anlieger, unter ihnen Prinz Albert von Thurn und Taxis, gegen die Baupläne. Jetzt melden sich weitere Anrainer zu Wort: Unter den Klägern ist beispielsweise Betten Rid, der Herrenausstatter Eckerle, das Feinkosthaus Dallmayr, der Wittelsbacher Ausgleichsfonds und die Anstalt für Bayerische Ärzteversorgungs.

Außerdem Paul Vermeulen, Geschäftsleiter bei Schlichting, einem Fachgeschäft für Mutter und Kind, in der Weinstraße. „Es geht nicht darum, die zweite Röhre zu verhindern, im Gegenteil“, sagt er. Doch die Bauphase müsse verträglich organisiert werden. „Wir hatten massive Einbußen, als vor einigen Jahren ein Haus in der Nähe umgebaut wurde. Ein halbes Jahr lang war es laut und dreckig. Dann macht den Kunden das Einkaufen keinen Spaß.“

München - auferstanden aus Ruinen

München - auferstanden aus Ruinen

Beim S-Bahn-Tunnel sind fünf bis sechs Jahre Bauzeit veranschlagt, 2012 soll es los gehen. Vermeulen: „Bleiben die Kunden weg, werden einige Geschäfte schwer zu kämpfen haben angesichts der hohen Mieten in der Innenstadt.“ Auch Charles Schumann ist unter den Klägern: „Wir wollen nach Stuttgart 21 kein München 20“, sagt die Bar-Legende, die an der Maffeistraße eine Tagesbar betreibt. Doch Schumann fürchtet, dass die Gäste ausbleiben, besonders zu Beginn, wenn täglich bis zu 300 Lkw den Aushub abholen: „Wenn kein Gast mehr draußen sitzen kann, kann ich mein Café zumachen.“

Er will eine Riesenbaustelle „bis zum St. Nimmerleinstag“ verhindern. „Bahn und Stadt sollen sich mit uns zusammensetzen und ein Konzept erarbeiten, das alle Interessen berücksichtigt.“ Dies ist auch Ziel von Michael Maendler, Geschäftsführer des gleichnamigen exklusiven Bekleidungshauses: „Dass wir jetzt vor Gericht ziehen müssen, ist nicht erfreulich, aber wir hoffen auf eine konstruktive, für uns weniger schmerzhafte Lösung.“

Die Geschäftsleute meinen, dass die Belastungen um 70 Prozent reduziert werden könnten, wenn ein Großteil des Aushubs an den Tunnelpforten abtransportiert würde, erklärt Wolfgang Fischer vom Unternehmerverband City Partner. Ihn ärgere, dass die Bahn keine einzige Anregung aufgegriffen habe.

Susanne Sasse

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