Neuer Ärger um Mega-Projekt

Zweite Stammstrecke: Bahn setzt auf auf Geheimhaltung - dagegen geht Bürgerinitiative vor

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So sollte der neue Bahnhof aussehen: Aber die Bahn muss extrem nachbessern.

Die Bahn kommt bei ihrem Mammutprojekt zweite Stammstrecke in München nicht zur Ruhe. Nun gibt es Knatsch mit einer Bürgerinitiative.

München - Und wieder gibt’s Wirbel um die zweite S-Bahn-Stammstrecke: Hat die Bahn bei der Genehmigung des Mammutprojekts getrickst? Das sehen jedenfalls einige Haidhausener so. Um was es geht? Um die im vergangenen Jahr durch unsere Zeitung aufgedeckten Umplanungen am Hauptbahnhof. Der neue Tiefbahnhof für die neue Stammstrecke soll um 80 Meter nach Westen verschoben werden. Die Folge: Eigentlich geplante Zugänge an der Schützenstraße, also in Richtung Stachus, entfallen ersatzlos.

Beunruhigt durch diese - von der Bahn nur stückchenweise veröffentlichten - Details hat die Bürgerinitiative Haidhausen vor Kurzem an die Münchner Außenstelle des Eisenbahn-Bundesamtes geschrieben und eine erneute Planfeststellung verlangt. Eine Planfeststellung bedeutet, dass auch die Anlieger gehört werden müssten und ein öffentliches Anhörungsverfahren notwendig wäre. „Aus unserer Sicht“ stellten die Planänderungen „eine Neuplanung dar“, begründet BI-Sprecher Walter Heldmann die Forderung. Er sieht vor allem die Gefahr von Mängeln beim Brandschutz.

Bahn sieht eine Planänderung „von unwesentlicher Bedeutung“

Die Bahn will die Änderungen jedoch lieber nicht öffentlich abhandeln. Sie beruft sich auf das Verwaltungsverfahrensgesetz, nach dem bei einer Planänderung „von unwesentlicher Bedeutung“ kein Anhörungsverfahren und keine öffentliche Bekanntgabe des erneuten Planfeststellungsbeschlusses notwendig seien. Die Kritiker sehen das anders, von „unwesentlich“ könne hier nicht die Rede sein, betonte unter anderem auch der Grünen-Landtagsabgeordnete Martin Runge. Es müsse eine neue Planfeststellung geben.

Für die zweite Stammstrecke sollen fünf Bahnhöfe umgebaut werden. Ab Mai wird der Hauptbahnhof teilweise zur Sperrzone - das beginnen die entsprechenden Bauarbeiten. Derweil plant ein britischer Bahn-Riese seinen Einstieg in Bayern.

dw

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