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Projekt kostet mehr als drei Milliarden Euro

Zweite Stammstrecke: Der Verlauf in der Video-Animation

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Planungsmodell für die Münchner S-Bahn-Haltestelle Marienhof mit zweiter S-Bahn-Stammstrecke.

München - Die zweite S-Bahn-Röhre in München lässt seit Jahren auf sich warten. Inzwischen gilt 2024 oder 2025 als Zieldatum für eine Inbetriebnahme. Auch deshalb steigen die Kosten für das Projekt immer weiter an.

Es gibt mal wieder eine Verzögerung bei der zweiten S-Bahn-Stammstrecke, und sie wird auch mal wieder teurer! Das gaben am Montag Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Bahn-Infrastruktur-Chef Volker Kefer bekannt. OB Dieter Reiter (SPD), der eine Entscheidung im Frühjahr dieses Jahres angemahnt hatte, ist stinksauer!

Gerade ein gutes Jahr ist es her, dass die Bahn die Baukosten für den Tunnel auf 2,57 Milliarden Euro geschätzt hatte. Doch das Projekt zieht sich immer mehr in die Länge. Jetzt soll es noch einmal ein dreiviertel Jahr länger dauern, bis der Bau beginnt. Fertig sein soll der neue Tunnel nun frühestens 2025! Herrmann gab dem Eisenbahnbundesamt die Schuld – die Genehmigung des Mega-Projektes habe länger gedauert als geplant. Der spätere Zeitpunkt bedeutet automatisch Kostensteigerungen aufgrund der Inflation. Die Bahn geht nun von Baukosten zwischen 2,88 und 3,12 Milliarden Euro aus! Immerhin: Jetzt wollen Bahn und Freistaat in die Vollen gehen: Noch dieses Jahr will die Bahn die Hauptaufträge für den Westabschnitt ausschreiben.

Ende des kommenden Frühjahrs sollen die ersten Angebote der Bauunternehmen vorliegen. „Dann können wir die Ergebnisse der Ausschreibungen mit unserer Kalkulation vergleichen“, so Kefer. Innenminister Joachim Herrmann will dann nochmals die Baukosten von eigenen Experten nachrechnen lassen – frühestens im zweiten Quartal 2016.

Wer nun die immensen Mehrkosten zahlt? „Aufgrund der verkehrspolitischen Bedeutung der zweiten Stammstrecke für München, die Metropolregion und ganz Südbayern ist der Freistaat Bayern bereit, sich bei der Realisierung über das sonst übliche Maß hinaus zu engagieren“, so Herrmann. Er ist auch zuversichtlich, dass man die Finanzierung stemmen könne.

OB Reiter (SPD) platzt anlässlich der neuen Verzögerung der Kragen: „Diese Ankündigung ist weit mehr als nur eine ,bittere Pille‘, sie ist eine Zumutung für alle S-Bahnfahrgäste, insbesondere natürlich für die Fahrgäste aus der Region.“ Im Landtag befürwortet SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher den neuen S-Bahn-Tunnel auch trotz der Kostensteigerung. Markus Ganserer von den Landtags-Grünen hingegen fordert, „die Reißleine zu ziehen. Mittelfristig brauchen wir einen Ausbau der Außenäste sowie einen Teilausbau des Südrings“. Christian Hierneis, Vorsitzender des Bund Naturschutz in München, meint: „Das Festhalten am Tunnel ist ein Nackenschlag für die geplagten S-Bahn-Pendler!“ Johannes Welte

Projektvideo zur zweiten Stammstrecke

Die Stammstrecke aus dem Führerstand

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