2. Stammstrecke: Zeil glaubt an Realisierung

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Es geht nicht immer auf dem kürzesten Weg – schon gar nicht bei der Münchner S-Bahn.

München - Ungeachtet aller Widrigkeiten glaubt Wirtschaftsminister Martin Zeil weiter an den Bau der 2. Stammstrecke. Freistaat und Bahn seien sich über eine Inbetriebnahme bis 2019 einig, schreibt Zeil in einem Bericht an den Landtag.

War da was? Anfang August berichtete der Münchner Merkur darüber, dass das Bundesverkehrsministerium das Finanzkonzept für die zweite Stammstrecke der Münchner S-Bahn ablehnt. Die fest eingeplante 60-Prozent-Förderung durch den Bund, der etwa eine Milliarde Euro beisteuern müsste, komme „nicht in Frage“, erklärte das Ministerium von Peter Ramsauer (CSU). Das Entsetzen war groß – nur einen ficht das alles nicht an: den bayerischen Minister Minister Martin Zeil, der auch für den Verkehr zuständig ist.

 Ungeachtet aller Widrigkeiten will er das milliardenschwere Bauprogramm zum Bahnknoten München umsetzen, wie laut Merkur aus einem Bericht Zeils an den Landtag vom 26. August hervorgeht. Unter anderem:

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Zweite Stammstrecke: „Freistaat und Bahn sind sich einig, dass nach dem Scheitern der Münchner Olympiabewerbung eine Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke möglichst bis Ende 2019 erfolgen soll“, heißt es in dem Papier. Zeil werde weiter verhandeln, um eine 60-prozentige Finanzierung des Bundes zu sichern.

Neufahrner Kurve: Ab 2016 sollen die ersten Express-Züge aus Regensburg und Landshut in den Münchner Flughafen fahren, versichert Zeil. Die Kurve kostet 85 Millionen Euro. Ein neuer Fernbahnhof am Flughafen ist dafür nicht notwendig, erklärt das Ministerium. Eine vom Oberpfälzer CSU-Abgeordneten Otto Zeitler vogeschlagene große Lösung, sodass die Züge ohne Richtungswechsel aus dem Flughafen-Bahnhof weiter nach München fahren könnten, wurde hintangestellt. Die sogenannte Zeitler-Kurve wäre mit 725 Millionen zu teuer. Sie soll „als langfristige Option“ ins Landesentwicklungsprogramm aufgenommen werden.

Erdinger Ringschluss: Weil Erding nur im Norden der Stadt neue Gleise Richtung Flughafen will, ist Zeil jetzt auf diese Position eingeschwenkt – obwohl das Nutzen-Kosten-Verhältnis bei der Südvariante besser wäre. Allerdings will der Freistaat sich an der Finanzierung nur beteiligen, wenn der Bund die Nordschleife mitbezahlt.

S-4-Ausbau: Zwischen Pasing und Eichenau soll die Strecke auf vier Gleise erweitert werden. Das fordert eine parteiübergreifende Bürgerinitiative im Landkreis Fürstenfeldbruck. Die Strecke jetzt schon auszubauen, kommt für Zeil nicht in Frage – erst müsse die zweite Röhre fertig sein.

Dirk Walter

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