Verurteilung wegen Totschlags

Lange Haft für Armbrust-Schützen

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Zwölf Jahre Knast wegen Totschlags: Georg G. kam noch glimpflich davon.

München - Georg G., der Todesschütze von Wessobrunn, muss nicht lebenslang hinter Gitter, wie es der Staatsanwalt gefordert hatte. Er hatte einen 32-Jährigen mit einer Armbrust getötet.

Der Todesschütze von Wessobrunn muss nicht lebenslang hinter Gitter, wie es der Staatsanwalt gefordert hatte. Das Schwurgericht München II verurteilte gestern den 32-jährigen Hof-Besitzer Georg G., der Daniel M. († 32) mit einem Armbust-Pfeil niederstreckte, zu zwölf Jahren Haft wegen Totschlags.

Den Einödhof in Wessobrunn (Kreis Weilheim-Schongau) hatte Georg G. von seinem Vater geerbt. Er bewirtschaftete diesen nicht, ließ alles verkommen. Dafür veranstaltete er öfter rauschende Partys auf dem riesigen Anwesen.

Daniel M. und seine Freundin Katharina lebten auf dem Hof. Was Georg G. zunächst ganz recht war, denn die beiden reparierten das Haupthaus. Dann kam es zunehmend zu Streitigkeiten.

Der Pfeil traf ihn ins Herz: Daniel M.

Nach einer wilden Party am 13. Januar eskalierte der Streit. Georg G. fuchtelte mit einer gespannten Armbrust herum, die er mit einem todbringenden Jagd-Pfeil geladen hatte. Hals über Kopf machten sich die Gäste vom Acker. Katharina versteckte sich im Haus. Daniel M. tat indessen so, als ginge ihn das Toben des Hofherren gar nichts an. Georg G. legte die Waffe auf ihn an. Staatsanwalt Konrad Veitenhansl geht davon aus, dass der Hofbesitzer regelrecht Jagd auf Daniel machen wollte: „Er forderte ihn auf, wegzurennen, damit ihm das Jagen mehr Spaß mache.“

Daniel M. aber blieb stehen. Da drückte Georg G. ab, traf seinen Gegner mitten ins Herz. Das Gericht sei der Überzeugung, so der Vorsitzende Martin Rieder, dass Daniel M. den Täter noch provozierte: „Du schießt ja doch nicht, du Depp.“

Das Mordmerkmal der Heimtücke falle damit weg, führte Rieder aus. „Ich sehe auch keine niederen Beweggründe“, so der Richter weiter. „Der Geschädigte hat sich auf dem Hof des Angeklagten eingenistet. Dessen Anwesenheitwurde dem Angeklagten immer lästiger.“ Georg G. („Ein Mensch, der sich nie richtig zur Wehr setzen konnte“) habe in dieser Situation keinen anderen Ausweg mehr gesehen.

Ebu

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