Gericht hat entschieden

Zypern bekommt Millionenschatz aus Kunstraub zurück

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Kunstschätze wie diese Mosaike aus dem 6. und 7. Jahrhundert gehen jetzt nach Zypern zurück.

München - Jahrelang lagerten die wertvollen Funde aus Zypern beim Bayerischen Landeskriminalamt. Geraubt in den Wirren der türkischen Besetzung, soll das Land die Kunstgegenstände nun zurückbekommen.

Die Republik Zypern bekommt aus Deutschland Fresken, Ikonen und andere Kunstgegenstände im Millionenwert zurück. Das Oberlandesgericht München entschied am Montag, dass der überwiegende Teil einer vor mehr als 15 Jahren in München sichergestellten Raubkunst-Sammlung dem Mittelmeerland zurückgegeben werden muss.

Die Berufung gegen ein entsprechendes Urteil des Landgerichts werde weitgehend zurückgewiesen, sagte der Vorsitzende Richter, Stefan Antor. Die Eigentumsrechte der meisten der insgesamt 214 Kunstgegenstände seien in Gutachten geklärt worden.

Der Kunstschatz wurde in München gefunden

Bereits 1997 waren die Kunstwerke im vermutlich zweistelligen Millionenwert in der Münchner Wohnung eines türkischen Händlers sicher gestellt worden. Sie sollen aus Plünderungen während der türkischen Besetzung Zyperns stammen und lagern seit der Sicherstellung großenteils in der Asservatenkammer des Bayerischen Landeskriminalamtes.

Das Auswärtige Amt hatte zunächst einer Übergabe der Kunstwerke an Zypern nicht zugestimmt, da zuvor die Eigentumsverhältnisse eindeutig geklärt werden müssten. Darüber hatte das Münchner Landgericht sechs Jahre verhandelt und schließlich der Republik Zypern und der Griechisch-Orthodoxen Kirche des Inselstaates als Klägern den Großteil der insgesamt Kunstwerke zugesprochen. Der Händler hatte dagegen Berufung eingelegt, die das OLG nun weitgehend zurückwies.

Schwierige Frage: Wem gehört was?

Offen ist nun vor allem noch, was mit einigen prähistorischen Fundstücken geschieht. Dabei sind die Eigentumsrechte schwierig zu klären, wie Antor erläuterte. „Da ist natürlich immer die Frage: Gehört das gesetzlich Zypern?“ Es gebe ein Gesetz von 1930, nach auf dem zypriotischem Grund gefundene Dinge dem Staat gehörten - jedoch sei die Fundzeit unklar. Diese müsse nun noch geklärt werden. Dafür sollen auch Zeugen befragt werden.

Hier spielte auch die politische Frage eine Rolle, ob das Gesetz von 1930 auf die in Nordzypern gestohlenen Gegenstände anzuwenden ist. Nordzypern war von der Türkei zur Teilrepublik ausgerufen, aber nicht von der internationale Staatengemeinschaft anerkannt worden. Auch das Gericht hatte Zweifel an der Rechtsfähigkeit der Republik Nordzypern. Es kam deshalb zu dem Schluss, dass die Republik Zypern ein einheitliches Staatsgebilde ist, dessen Gesetz von 1930 auch für den Nordteil gelte.

dpa

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