"Sexiest Singer Alive" in München

Bryan Ferry auf dem Tollwood: Die Kritik

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Bryan Ferry, hat das Tollwood-Zelt in München zum Kochen gebracht.

München - Es war "Das Beben des Bryan": Der "Sexiest Singer Alive", Bryan Ferry, hat das Tollwood-Zelt in München zum Kochen gebracht. Hier lesen Sie die Konzert-Kritik.

Die Musik-Arena als Zeitmaschine – zurück in die 70er, zur Roxy-MusicÄra. Und dann noch weiter in die Roaring Twentys, mit dem grandiosen Bryan-Ferry-Orchestra, das die genialen Roxy- Klassiker wie Love is the Drug in Jazz -Klänge der goldenen Swing-Ära verwandelt.

In edlen Anzügen mit Fliege wirken die acht seriösen Herren rund um den Pianisten und Arrangeur der Ferry-Songs, Colin Good, im alternativen Tollwood-Flair fast ein bisschen deplatziert. Aber auch, wenn ihre Musik zum Hinknien ist: Die Ferry-Fans warteten vier Songs lang ungeduldig auf den Auftritt des Meisters der Coolness: Als Mister Ferry, trotz seiner 67 Jahre gerade erst wieder zum „Sexiest Singer Alive“ gekürt, endlich auf die Bühne tritt, tobt das Zelt. Das Beben des Bryan!

Nackte Haut bei Popstars

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Ferry beweist beim umjubelten Auftritt, dass er immer noch weit mehr ist als ein in die Jahre gekommener Rock-Star der 70er: Seine samtene Stimme, sein Hüftschwung, seine korrekt gebügelten Anzüge – nie war Pop edler als mit dem von der Queen zum Commander of the British Empire gekürten Star.

Ferry lässt seine Zeitmaschine dann wieder zurück in die Zukunft rauschen: Der jazzende Banjo-Spieler Martin Wheatly übergibt an die EGitarre seines blutjungen Sohnes – und die Musik-Arena rockt. Trotzdem gerät die Zeitmaschine bei diesen so unterschiedlichen Stilrichtungen ins Ruckeln: Als wieder das Orchester übernimmt, machen viele Pause, holen ein Bier, halten ein Schwätzchen.

Was die Zuschauer ziemlich nervt, die genau diesen Großen Gatsby-Ferry schätzen (am Soundtrack der Neuverfilmung war Ferry maßgeblich beteiligt). So richtig gelungen ist das Projekt nicht, den völlig unterschiedlichen Sound der 20er, 70er und von 2013 zu einer Einheit zu schmieden.

Von Klaus Rimpel

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