Glasperlenspiel- und Medina-Konzert auf dem Tollwood

+
Die Gruppe Glasperlenspiel.

München - Blickpunkt Pop auf dem Tollwood. Mit der Bodensee-Kombo Glasperlenspiel und der dänischen Disco-Sängerin Medina teilten sich zwei Chart-Acts einen Konzertabend. 

Dabei zeigte sich, dass zwei Hälften noch längst keine runde Sache ergeben. Ist aber halb so wild: Mit Topstars von ZZ Top bis Blumentopf beginnt die Tollwood-Konzertsaison ja erst diese Woche so richtig.

Glasperlenspiel mit der hübschen blonden Sängerin Carolin liefern deutschen Radiopop, bei dem sich auch pflegeintensive Hemden fast von selbst bügeln. Das Ganze klingt wie ein Konstanzer Silbermöndle mit Synthies. Die Hit-Singles „Nie vergessen“ und „Echt“ gehen nett ins Ohr, Letzteres walzt die Band live deshalb auch auf gut zehn Minuten aus. Textprobe aus „Nie vergessen“: „Ich wollte nie, dass uns das passiert. Auf dem Weg zu unserem Glück haben wir uns verirrt.“ Das hat Hesse nicht gewollt. Verdammt, wo ist Ex-Heldin Judith Holofernes, wenn man sie braucht?

Medina, die Lady Gaga aus Kopenraven, verzichtete auf Hesse und Sendungsbewusstsein, setzte auf Party pur. In silbernen Glitzerheels und minimal bestofft, gab sie die Königin der Tollwood-Disco. Die Songs erinnerten an wummsige skandinavische Eurovision-Beiträge. Das funktionierte ordentlich – fürs ganz große Einheizen stand die Blondine aber allzu routiniert und kühl auf der Bühne. Leider mehr Cascada als Lady Gaga. jörg heinrich

auch interessant

Kommentare