Bayerns heißeste Band auf dem Tollwood

Haindling: Triumph in der Sauna

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Haindling.

München - Spinn i, oder schwimm i? Auch 32 Jahre nach ihrer Gründung bleibt Haindling Bayerns heißeste Band - zumindest im kochenden Tollwood-Zelt, in der ausverkauften Münchner Öko-Sauna.

Bei einer wahren Hitzeschlacht flossen die Fans regelrecht dahin - vor lauter Schwitzen, und vor lauter Begeisterung über Hans-Jürgen Buchner, über dieses wunderbar neugierige, humorvolle und umtriebige Mandschgerl. Neuerdings ist er angeblich 70, aber dabei muss es sich um einen Irrtum handeln. Gleich zu Beginn fördern Buchner und seine Band das Afrika-Feeling noch  mit schrägen Tönen auf Tierhörnern. Ja, so klingt er, der schwarze Kontinent Niederbayern! 

Keine Band ist häufiger auf dem Tollwood aufgetreten als Haindling. Und das funktioniert nur, weil die wilde Mischung, die der Holzscheidlrapper zusammentöpfert, immer wieder fasziniert. Diesmal auf dem Programm: Chinesisches Volksgut (Kang Ding), Du Depp gespielt auf Müllsäcken, und mitreißende Blasmusik-Beats mit den Schuhplattlern aus dem Isargau und eingeschmuggelter Protestbotschaft: „Hauruck, da hau ma no a Strass her!“ Buchner spart nicht an Hits, von der Paula bis Es geht wieder auf, und auch nicht am Schimpfen. Er rohrspatzelt putzmunter vor sich hin, über Smartphonesüchtige, über Leberkassemmeln im Alupapier und über Eierlikör-Sandkuchen als Flugzeugverpflegung - nur echt mit Backtriebmittel und dem Extrakt aus Brüsseler Lobbyisten.

Aber so muss das auch sein, in unseren merkwürdigen Zeiten. Denn der Herr Haindling kann alles, außer gleichgültig und langweilig. Da sauniert man gern. 

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