Das hitzigste Konzert des Jahres

Kritik: Jan Delay auf dem Tollwood

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Jan Delay

München - Zum Tollwood-Auftakt hat Jan Delay mit seiner Disko No. 1, quasi der deutschen Funk-Nationalmannschaft, den Münchnern im ausverkauften Musikzelt gnadenlos eingeheizt. Die Kritik: 

Das Tollwood dampft, das Tollwood tanzt! Zum Auftakt heizte Jan Delay mit seiner Disko No. 1, quasi der deutschen Funk-Nationalmannschaft, im ausverkauften Musikzelt gnadenlos ein.

Aber was heißt schon einheizen? „Hier hat’s gefühlte 80 Grad“, japste Delay im weißen Unterhemd schon zu Beginn in der Soul-Sauna am Olympiapark. Und bereits nach wenigen ­schweißtreibenden Songs galt: 86 Grad, und es wird noch heißer! Trotz 95-Dezibel-Limits, über das Delay nach Kräften nölte: München feierte das hitzigste Konzert des Jahres!

Das lag nicht nur am Wetter. Der feiste Funk der brillanten Disko No. 1 mit seinen messerscharfen Bläsersätzen fuhr durchs Zelt wie ein Brandbeschleuniger durchs Fegefeuer. „Könnt ihr noch? Wollt ihr noch?“, erkundigte sich Hamburgs hipster Hütchenträger immer wieder. Euphorische Antwort der Fans, die sich die Seele aus dem Leib tanzten: türlich! Bass, Bass, wir brauchen Bass!

Egal, ob lässige Anleihen bei den Backstreet Boys („Everybodääää!“) oder feinste Eigenware (Klar, Oh Jonny) – die Delay-Disco liefert den Rhythmus, bei dem man mit muss. Dass kaum eine Text-Zeile zu verstehen ist beim tropfnass geschwitzten ­Näsel-Nöler aus Eppendorf – geschenkt! Diese Show war nicht für den Kopf, sondern für die Beine.

Am Ende schließlich Fankurven-Gesänge, Seven Nation Army. Willkommen in Münchens Disko No. 1!

Jörg Heinrich

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