Die Party des Großen Gatsby

Konzertkritik: Parov Stelar Band auf dem Tollwood

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Cleo Panther (l.) und Max The Sax.

München - Tempo, Tempo, Tempo: Die Parov Stelar Band gab derart Gas, dass das vollbesetzte Arena-Zelt auf dem Tollwood zu kochen drohte.

Rund 5000 Münchner springen, tanzen, klatschen, schwitzen wie ein Körper zu den wummernden Beats und Drums aus der Soundmaschine des Österreichers. Und trotzdem ist dieses Konzert mehr als nur ein 08/15-Club-Event: Der als Marcus Füreder in Linz geborene Pionier des Electro­swing verschmelzt die Rhythmen des 21. Jahrhunderts so perfekt mit dem Jazz der 20er, dass das Tollwood zur Zeitmaschine wird: Wir sind sozusagen Gast beim Großen Gatsby – also bei einem Mann, der auf seinen eigenen Partys nicht dabei ist. Genau so hält sich auch Gastgeber Parov Stelar dezent im Hintergrund, thront auf einem schwarzen Würfel, von dem aus er das Partyvolk an seinen elektronischen Schalthebeln kontrolliert. Die Bühne unter ihm beherrschen umso stärker die Sängerin Cleo Panther, Max The Sax am Saxofon und Jerry Di Monza an der Trompete. Und was kann man der Combo vorwerfen? Dass sie das Publikum auf Dauer-Speed setzt, dass es keine Nuancen, keine Stimmungswechsel gibt. Schade, denn Parov Stelar hat auch wunderbar melancholische Songs zu bieten. Ideal eigentlich, um vom Speed Demon wieder runterzukommen – aber der Große Gatsby wollte Party.

Klaus Rimpel

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