Kritik: Haindling auf dem Tollwood

München - Wunderbare musikalische Spinnerei aus Bayern - das ist Haindling! Hier lesen Sie die Kritik zum Konzert auf dem Tollwood:

Minga kann singa! Zum 30-Jährigen Jubiläum von Haindling verneigten sich die Fans im vollen Tollwood-Zelt vor Hans-Jürgen Buchners Niederbayern-Ethno, der auch nach drei Jahrzehnten noch vor Vitalität dampft, genau wie sein Erfinder. „Ihr seid’s aber guat drauf“, lobte Buchner, der begnadete Lautmaler. Und im Publikum saßen und standen für einen Abend lauter Mental-Haindlinger, die alles mitsangen, was es mitzusingen gab, von der „Paula“ bis zum „Depp“. Spinn i, war das eine Gaudi!

Apropos „Spinn i“. Logisch passt in den 85er-Hit der Basslauf von „Billie Jean“. Und logisch kann der Buchner moonwalken! Den Ton-Töpfer, ohne den es Bayern-Pop wie LaBrassBanda nie gegeben hätte, treibt auch noch mit 57 die ungebremste Landlerlust am Experimentieren um, am Blechblasen und am Wortschöpfen. Aus dem Italienurlaub hat er gerade den nächsten Hit mitgebracht, eine kleine Alberei namens „Tutto di Tanto di Tutti di Frutti di Latte“, die er mit seinen Fans auf dem Tollwood live einübt. Ja da Ciao her, was dem Buchner immer noch einfällt!

Aber natürlich muss er auch seine Hits abliefern, die von Erfolgsliadln längst zu echten Volksliadln gewachsen sind, den „Holzscheidl-Rap“ oder das „Telefon“. Und wem bei der „Paula“ nicht das Herz aufgeht, dem kann auch Professor Reichart nicht mehr helfen. Höchstwahrscheinlich handelt es sich bei „I am Haindling“ in Wahrheit um eine englische Verbform, die für wunderbare musikalische Spinnereien aus Bayern steht. Der Herr Haindling hat jedenfalls noch so viel Energie, das reicht leicht für weitere 30 Jahre Haindlingmusik.

Jörg Heinrich

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