Konzertkritik zum Tollwood-Auftritt

Jetzt geht's Loos: Sillys Saunagang

+
Anna Loos (Archivfoto)

München - Einen Saunagang hatte Anna Loos anfangs versprochen – und sie hat im Tollwood-Zelt Wort gehalten. Das lag nicht nur am Wetter, sondern an ihrer Band Silly: Die zündet!

Laut und mitreißend geht es zu. Das liegt natürlich auch an Frontfrau Anna Loos, die ihre längst kultisch verehrte Vorgängerin Tamara Danz nie imitiert, sondern ihren ganz eigenen Weg geht. Erstaunlicherweise fügen sich die neuen Lieder bruchlos in das Werk der Band ein. Musikalisch ist man herrlich unberührt von Trends oder Moden und entscheidet sich im Zweifel immer für eine eingängige Harmonie und gegen einen Soundeffekt.

In den Texten geht es immer noch um wichtige Dinge, nur dass man jetzt unverstellter formulieren darf als zu Zeiten der DDR. Und so wird etwa zu erstaunlich knackigen Rockriffs sarkastisch über die Rüstungsindustrie hergezogen, ohne dass es peinlich wirkt. Das muss man erst mal hinbekommen.

 

 

Loos legt Seele in die Lieder. Kein Vergleich mit den Schauspielerkolleginnen, die sich ebenfalls als Rocksängerinnen versuchen und im besten Fall harmlos, im schlimmsten unerträglich sind. Die 42-Jährige beherrscht die Bühne und liebt es, mit dem Publikum zu kommunizieren. Voll war’s nicht, was Loos nicht störte: „Doppelt so viele Leute wie bei unserem letzten Auftritt in München. Super“, freute sich Loos – ganz ohne Ironie.

Z.Gojic

auch interessant

Kommentare