So war das erste Wochenende

Skihütten-Stimmung auf dem Tollwood

München - Zehntausende Besucher sind am ersten Adventswochende über das Winter-Tollwood geschlendert. Das Festival hat von seiner Anziehungskraft nichts eingebüßt.

Sandra Wappler geht eigentlich nicht gern auf Weihnachtsmärkte. „Aber aufs Tollwood zieht es uns schon ein paar Mal im Jahr“, sagt die 36-Jährige. „Vor allem bei Sonnenschein bietet sich das an.“ Das haben sich an diesem ersten Advent viele gedacht: Auf den Wegen ist ein Durchkommen fast unmöglich. Viele stehen aber auch nur mit geschlossenen Augen und einer Tasse Glühwein in der Hand neben den Ständen und sonnen sich. Es herrscht mehr Skihütten- als Weihnachtsstimmung.

„Das Tollwood ist ja auch kein Weihnachtsmarkt“, findet Sandra Wappler. „Dafür ist es viel zu exotisch.“ Sie, ihr Mann Fabio und ihre Kinder Vivien und David sind seit zwei Stunden hier. „Gerade das Multikulturelle gefällt mir hier so gut: Jeder Stand hat etwas Besonderes an sich. Und es gibt jedes Jahr ein tolles Thema.“

Heuer steht auf dem Tollwood alles unter dem Motto „ARTgerecht“. Mit einem Kunstwerk wollen die Veranstalter und der Deutsche Tierschutzbund auf die Massentierhaltung und die Verstümmelung der Tiere aufmerksam machen: Im Zentrum des Markts steht das „Café Bad Connection“, ein dreistöckiger begehbarer Käfig aus Metall. Er soll den Besuchern so die Enge eines Hühnerkäfigs vermitteln.

„Das ist sehr beeindruckend“, sagt Sandra Wappler mit einem Blick auf das Stahlgerüst. „So wird einem das Thema richtig nahegebracht.“ Weniger auffällig als der riesige Käfig ist das kleine rote Haus, in dem sich Masttiere aus Plastik im Stroh tummeln. Hier liegt die Petition des Deutschen Tierschutzbundes aus, mit der sich die Organisation für bessere Lebensbedingungen der Tiere einsetzen will. Alle Unterschriften werden nach dem 31. Dezember an die Bundesregierung geschickt. „Wir haben noch nicht unterschrieben“, gesteht Mutter Sandra.

Tochter Vivien wollte unbedingt erst noch einen Crêpe holen. „Wir essen und trinken vor allem“, sagt die 36-Jährige. Über 20 Nationen und deren Rezepte sind heuer auf dem Tollwood vertreten. Neben der klassischen Würstelbude drängen sich auch an türkischen und indischen Ständen die Besucher. Wem es zu kalt wird, der wärmt sich in den Zelten auf. Sandra Wappler und ihre Familie kommen gerade aus der „Tief-im-Wald-Bar“. „Da haben die Kinder was gebastelt“, sagt die Mutter. „Das ist das Tolle an dem Konzept: Es ist für jeden was dabei. Die Kinder basteln, und wir gehen einen Glühwein trinken.“

Laura Worsch

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