Tierische Auto-Kunst einer Finnin

Sommer-Tollwood: Miina lässt die Kühe fliegen

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Miina Äkkijyrr­kä mit einer ihrer beiden Kälber aus Autowrack-Teilen.

München - Die finnische Künstlerin präsentiert auf dem Sommer-Tollwood tierische Auto-Kunst. Zwei Blechkühe zieren den Eingangsbereich des Festival-Geländes.

München beherbergt nun die garantiert buntesten Kälber der Welt. Normalerweise stehen sie auf einem Bauernhof in Riihimäki, Nastola (na klar, werden Sie sagen, das ist doch in Südfinnland! Richtig!). Auf dem Bauernhof ihrer Besitzerin. Die heißt Miina Äkkijyrr­kä, ist dreifache Mutter und Künstlerin. Und zwei ihrer Kälber stehen ab sofort auf dem Tollwood-Gelände im Olympiapark …

Die Viecher reden zwar kein Blech daher, sind aber aus demselben. Denn Miina hat sie aus alten Autos zusammengebastelt und quietschbunt bemalt. Auf den Fotos sehen Sie nicht nur die stolze Besitzerin („Meine Kälber haben schon die ganze Welt gesehen“, sagt sie) mit einer ihrer (h)eiligen Kühe, sondern auch Stationen des Transports von Südfinnland nach Süddeutschland.

Der Transport aus Finnland ging per Schiff und Lkw vonstatten

Seit über 50 Jahren beschäftigt sich die 1949 in Lappetelä geborene Finnin mit der Milchwirtschaft, und Kühe sind ihre Leidenschaft. Sie kümmert sich auch um „richtige“ Viecher, um Pflege und Aufzucht. Und somit dienen die Viecher auch als Muse. Äkkijyrr­kä baut riesige Skulpturen, die etwas abstrahiert ihre konkret-vertrauten Kühe darstellen. Übrigens nicht nur aus Autoteilen, sondern gerne auch in Bronze oder als Gemälde. Am 12. Juni sind die beiden Kälber aus Finnland aufgebrochen, eines davon, das Holy Calf, ist bereits angekommen und ziert den Eingangsbereich des Festival-Geländes. Das andere Kalberl, das Pori Calf, wird demnächst im Olympiapark Süd aufgestellt.

Die beiden Skulpturen haben es in sich: Sie sind etwa vier Meter hoch und bis zu sechs Meter lang. Seitenspiegel werden zu Ohren umfunktioniert, der Kleinbus ist der Körper, die Beine aus weiteren Autoteilen.

Die Reise ging erst einmal mit dem Lkw von der Weide in Riihimäki nach Helsinki, von dort wurden sie per Schiff nach Lübeck an die Ostsee verfrachtet. Und von da ging es wieder per Schwertransport bis nach München. Ein einwöchiger Viehtransport – kennt man sonst eigentlich eher von der Wiesn. Doch genau gegen diese Massentierhaltung wollen Tollwood und die Künstlerin protestieren und die Würde unserer Mitwesen schützen. Auch mit Blech.

Infos zum Sommer-Festival

Das Sommer-Tollwood (Olympiapark-Süd) beginnt am 24. Juni und läuft bis zum 19. September. Geöffnet ist montags bis freitags von 14 bis 1 Uhr und an den Wochenenden immer von 11 bis 1 Uhr.

Der Markt der Ideen ist täglich bis 23.30 Uhr geöffnet, die Gastronomie bis zum Ladenschluss um 1 Uhr.

Anreise am besten per Radl oder öffentlich, etwa mit der U-Bahn (Linie 3) zum Olympiapark oder vom Scheidplatz (U2/U3)mit dem eigens eingerichteten Tollwood-Bus. Karten zu den Konzerten und Theater-Aufführungen unter Tel. 54 81 81 81.

Matthias Bieber

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